Zweimal Weltmeister und doch beinahe nichts gewonnen

27.01.2018 13:00 von Chronicle Redakteur Martin

27. Januar

 

Der  VEB-Chronicle  meldet:

 

Zweimal Weltmeister und trotzdem beinahe nichts gewonnen

Heute waren wir zweimal Weltmeister und haben trotzdem beinahe nichts gewonnen. Im Chancen heraus spielen machte uns heute keiner etwas vor, da waren wir toll, denn wir erspielten uns im Minutentakt eine hochkarätige Chance nach der anderen. Wenn wir im Verwerten der Chancen genauso weltmeisterlich vorgegangen wären, hätten wir heute mindestens fünf Spiele absolviert. Aber wir waren leider auch im Auslassen dieser Chancen Weltmeister, denn was wir heute an Chancen ausgelassen haben, geht auf keine Kuhhaut und sei diese noch so groß. So konnten wir von Glück sagen, dass wir heute wenigsten ein Spiel gemäß unseren Regeln zu Ende gebracht haben, wonach es lange nicht aussah.

Heute waren wieder Fußballschuhe gefragt, denn es herrschte trübes Einerlei-Wetter, als sich 17 VEB’ler zu ihrem Kick trafen. Schnell war klar, dass wir wieder auf dem Großfeld spielen würden und so platzierten wir die Tore auf die Sechszehner- bzw. Fünfer-Linie während Carmelo die Leibchen verteilte. So fingen wir dann mit 9 Orangenen gegen 8 Gelbe an zu spielen.

Die Gelben mit Martin Niklin im Tor, Peter, Dieter und Claus in der Abwehr, Klaus und Pellegrino im Mittelfeld und vorne mit Mäthes und Jonas hatten große Schwierigkeiten, ins Spiel zu kommen. Denn die Orangenen mit Gernot im Tor, Franz-Josef, Jörg und Eugen in der Abwehr, Tom und Martin im Mittelfeld sowie Achim, Carmelo und Wolfgang im Sturm legten von Anfang richtig los.

Die Orangenen nutzten ihre Überzahl geschickt aus, machten das Spiel breit und waren in der Spitze pfeilschnell. So verlagerte sich das Spiel schnell in die gelbe Hälfte und die gelbe Abwehr war von Anfang an unter Druck. Das weltmeisterliche Herausspielen der Chancen begann.

Gleich nach wenigen Minuten gab es die erste Ecke für die Orangenen. Der Ball flog zum kurzen Pfosten, ein harter, platzierter Schuss und beinahe wäre das 1 : 0 gefallen. Aber Claus stand in der Schussbahn und konnte den Ball mit dem Kopf kurz vor der Linie abwehren.

Kurz danach die zweite orangene Großchance und diesmal war es Dieter, der im letzten Moment seinen Kopf in die Flugbahn des Balles brachte und so wieder das 1 : 0 verhinderte. Bis dahin hatte Jörg als orangener Abwehrchef noch nicht einmal den Ball berührt, von Gernot ganz zu schweigen.

Und das lag ganz einfach daran, dass die Gelben kaum aus ihrer Hälfte heraus kamen, so intensiv pressten die Orangenen schon in der gelben Hälfte. Trotz aller Bemühungen schafften es die Gelben nicht, aus ihrer Hälfte heraus zu kommen. Denn praktisch alle Gelbe waren mit Abwehraufgaben beschäftigt. Und hatten die Gelben endlich mal den Ball, war vorne keine Anspielstation sodass erst umständlich hinten herum gespielt werden musste.

Mit solchen Problemen mussten sich die Orangenen nicht herum schlagen, denn sie befanden sich bis auf Jörg und Gernot eigentlich immer in der gelben Hälfte. Und so ergaben sich weitere Chancen, die aber alle vergeben wurden.

Dann gab es wieder eine orangene Ecke, die Carmelo herein trat. Martin war mit nach vorne gekommen und Pellegrino befahl energisch, ihn zu decken. Niklin meinte noch mehr im Spaß, dass sei nicht nötig, denn Carmelo würde den Ball eh nicht so weit schießen können. Welch ein Irrtum !!! Denn der Ball flog genau auf Martins Kopf. Und trotz enger Deckung und Bedrängnis kam Martin an den Ball und wuchtete ihn zum 1 : 0 für die Orangenen ins Netz.

Nun erst kamen die Gelben so langsam ins Spiel. Jonas orientierte sich mehr nach vorne und so hatten Pellegrino und Klaus vorne eine Anspielstation. Links schaltete sich Mäthes verstärkt ins Sturmspiel ein und so kam es ersten gelben Angriffen. Aber spielbestimmend waren weiterhin die Orangenen, die mit ihren schnellen Stoßstürmern Achim, Wolfgang und Carmelo immer wieder für gehörige Unruhe in der gelben Abwehr sorgten. Aber mit der Verwertung der Chancen klappte es nicht mehr bei den Orangenen.

Wieder segelte eine hohe Flanke vor das gelbe Tor. Niklin kam aus seinem Kasten heraus und faustete den Ball nach rechts auf Claus. Der nahm den Ball auf und schickte Jonas steil, der Eugen überlief und dann in die Mitte flankte. Dort war Pellegrino mitgelaufen und haute den Ball zum 1 : 1 Ausgleich ins Netz.

Das Spiel wurde nun offener, die Gelben hatten ein Mittel gegen das frühe Pressing der Orangenen gefunden, indem sich die sehr ballgewandten Klaus und Pellegrino im Mittelfeld Luft verschafften und im richtigen Moment die beiden Flügelstürmer Mäthes und Jonas einsetzten. Das Ganze war sehr laufintensiv, aber erfolgreich.

Aber auch die Orangenen spielten immer wieder schnell nach vorne und so ergaben sich beinahe im Minutentakt immer hochkarätigere Chancen auf beiden Seiten. Aber das alles nützt wenig, wenn man die Chancen nicht verwerten kann. Und im Auslassen der Chancen standen sich die Orangenen und die Gelben in nichts nach.

Der einzige Unterschied war, dass die Orangenen besser zielten, denn ihre Schüsse gingen wesentlich knapper am Tor vorbei als die der Gelben. Während die orangenen Schüsse jeweils knapp am Pfosten vorbei ins Aus rauschten, hauten die Gelben den Ball sehr weit neben das Tor, sodass der arme Gernot immer wieder den Ball von weit hinten holen musste.

Die Gelben schafften es in dieser Phase, das Spiel zu beherrschen. Und sie hatten dabei die weitaus größeren Chancen. Klaus hätten dann – eigentlich – die 2 : 1 Führung erzielen müssen. Pellegrino war über links gekommen und trieb den Ball bis kurz vor die Torauslinie. Von dort schob er den Ball zurück auf den mitgelaufenen Mäthes, der den Ball sofort quer weiter auf Klaus legte. Der Ball flog parallel zur Torlinie und Klaus rannte hinterher. Aber der Ball wurde immer schneller (im Gegensatz zu Klaus) und so erreichte Klaus den Ball erst hinter dem zweiten Pfosten. Klaus schaffte noch eine Drehung, die aber zu kurz geriet und so konnte Klaus den Ball nur noch an den Pfosten anstatt ins eigentlich leere Tor setzen.

Die Gelben schüttelten sich kurz und dann ging das Scheibenschießen weiter. Aber Mäthes, Peter, Klaus und Jonas schafften es einfach nicht, auch aus bester Schussposition den Ball wenigstens aufs Tor zu bringen, denn ihre Schüsse flogen meist weit am Tor vorbei.

Aber auch die Orangenen machten es bei ihren nun wenigen Chancen nicht besser. Von rechts flog eine Flanke halbhoch in den gelben Strafraum auf den zweiten Pfosten. Dort war Achim mitgelaufen, Claus hatte ihn aus den Augen verloren und so tauchte Achim ganz alleine vor Niklin auf. Achim kam an den Ball, aber auch er vergab diese Chance, wenn auch viel knapper, denn sein Schuss strich nur Zentimeter am Pfosten vorbei ins Aus.

Beim nächsten orangenen Angriff machte es Achim dann aber besser. Franz-Josef war rechts mit nach vorne gekommen, erhielt den Ball und flankte aus dem Halbfeld in den gelben Strafraum. Sowohl Dieter als auch der hinter ihm stehende Carmelo verfehlten den Ball, nicht aber Achim am zweiten Pfosten. Diesmal behielt Achim die Übersicht und setzte den Ball zur 2 : 1 Führung der Orangenen ins Netz.

Die Gelben blieben trotz des Rückstandes leicht überlegen, mussten aber immer auf schnelle orangene Konter gefasst sein. Die größeren Chancen hatten weiterhin die Gelben, aber auch die Orangenen hätten das eine oder andere Tor erzielen können. Aber sie taten es halt nicht.

Das alles muss wohl bei Niklin unbewusst Mitleid erregt haben, denn der hatte plötzlich einen Blackout, als er sich grandios verschätzte. Carmelo bekam in der Mitte den Ball zugespielt und spielte ihn steil auf Achim. Achim ließ den Ball passieren, Niklin kam aus seinem Tor heraus und hätte den Ball leicht aufgreifen können. Aber Niklin dachte, sein Tor stünde weiter rechts und war so der Meinung, der Ball würde ins Aus rollen. Tat er aber nicht, denn das Tor stand weiter links und so rollte der Ball neben dem Pfosten zur 3 . 1 Führung ins Netz.

Niklin ärgerte sich noch lange über sein Missgeschick, aber kurze Zeit später hatte er allen Grund, wieder stolz auf sich zu sein. Denn diesmal schickte Carmelo Wolfgang steil, der von rechts kommend alleine mit dem Ball auf Niklin zulief. Niklin kam aus seinem Tor heraus, verkürzte so den Winkel und konnte Wolfgangs Schuss so gerade noch parieren.

Die Gelben griffen weiter unverzagt an und wurden dann endlich für ihren Eifer belohnt. Pellegrino kam aus dem linken Mittelfeld und trieb den Ball voran. Er spielte zwei, drei Orangene aus, als er sich plötzlich drehte und gegen die Laufrichtung von Gernot den Ball endlich ins Tor beförderte zum verdienten 2 : 3 Anschlusstreffer.

Kurz darauf hätte Tom das 4 : 2 machen MÜSSEN, als er ein paar Meter vor Niklins Tor frei zum Schuss kam, aber wie zuvor Achim strich auch sein Schuss sehr knapp am rechten Pfosten vorbei ins Aus. Carmelo machte es kurz danach auch nicht besser und so blieb es eine längere Zeit bei diesem Ergebnis.

Denn der gelbe Angriffsschwung ließ nun langsam nach, die gelben Kräfte schwanden, denn ihr Stil war sehr laufintensiv und damit kraftraubend. Das nutzten die Orangenen gnadenlos aus. So verstärkten sich die orangenen Angriffe und die Gelben wurden wieder mehr hinten rein gedrängt.

Wieder gab es eine orangene Ecke und wieder kam Martin mit nach vorne. Carmelo trat die Ecke knapp vors Tor, Martin stürzte sich auf den Ball, aber auch Mäthes sprang in die Flugbahn. So trafen sich die Titanen in der Luft, Mäthes bekam Martins Ellbogen ins Gesicht und beide flogen beinahe ins Tor. Nicht aber der Ball, der auf der anderen Seite ins Aus flog. Benommen blieb Mäthes einige Zeit sitzen, konnte dann aber zum Glück unverletzt weiterspielen.

Die Orangenen blieben weiterhin am Drücker. Achim wurde links steil geschickt, lief ein paar Meter und schoss dann aus der Drehung hart und vorallem platziert ins Kreuzeck. Von der Unterkante der Latte prallte der Ball ins Netz: ein wunderschönes Tor !!!

Die Gelben hatten dem allen nicht mehr viel entgegenzusetzen. So konnte dieses Spiel dann doch endlich zu Ende gehen. Carmelo bekam mittig im gelben Strafraum den Ball, drehte sich und schoss. Niklin streckte seinen linken Fuß aus, berührte den Ball noch mit der Fußspitze, konnte den Einschlag aber nicht mehr verhindern und schlug der Ball zum 5 : 2 Sieg der Orangenen ein. Nach über einer Stunde war das Spiel also zu Ende.

In der Pause stellten die Gelben um, Niklin wollte sich endlich auch bewegen und so ging Dieter ins Tor. Dafür wurde Mäthes Abwehrchef und Niklin sollte Vorstopper spielen. Voller Tatendrang stellte sich Niklin dieser Aufgabe, als das zweite Spiel u8m 9:15 Uhr losging.

Die Gelben hatten den besseren Start und bald die erste Mini-Chance. Niklin hatte seine Vorstopper Posten verlassen und war in die Sturmspitze gerannt, auch um seine angestauten Energien abzubauen. Prompt wurde er links angespielt, nahm den Ball an, drehte sich leicht und schoss mit seinem schwachen linken Fuß doch einiges am Tor vorbei.

Aber auch die Orangenen erspielten sich Chancen und wieder einmal zeigte Dieter, dass er auch ein hervorragender Torwart ist. Ein Flachschuss sauste auf Dieters Tor zu, Dieter warf sich blitzschnell zu Boden und entschärfte den Ball. Bei Niklin im Tor hätte diese Aktion ganz anders ausgesehen und hätte bestimmt größere Gefahr heraus beschworen.

Und auch sonst zeigte Dieter des Öftern, dass man als Torwart auch Bälle fangen kann und diese nicht nur – mehr oder weniger blind- wegboxen, wie Niklin das gerne tat. Aber außer diesem Flachschuss herrschte erst einmal wenig Gefahr vor dem gelben Tor.

Da sah es vor Gernots Tor schon anders aus. Niklin war nun hauptsächlich in Mittelstürmer Position zu finden, wenn auch nicht sehr erfolgreich. Mäthes flankte halbhoch von links in den orangenen Strafraum und Pellegrino streckte sein Bein aus, um den Ball zu erreichen. Das klappte nicht ganz und so flog der Ball weiter zum dahinter stehenden Niklin. Von seinem linken Standbein aus prallte der Ball ab in Richtung Tor, konnte von Gernot aber ohne Probleme gefangen werden.

Auch die anderen Chancen der Gelben waren für Gernot eine leichte Beute, denn bis auf ein paar harmlose Schüsschen brachten die Gelben vorne nichts zustande. Und dass Niklin kein Stürmer-Gen besitzt, zeigte sich kurze Zeit später. Jonas war rechts durchgerannt und trieb den Ball bis knapp vor die Torauslinie. In der Mitte war Niklin mitgelaufen und bremste kurz vor dem Fünfmeterraum ab in Erwartung eines Rückpasses. Aber Jonas schlug eine präzise Flanke an Gernot vorbei parallel zur Torlinie. Wäre Niklin weiter gelaufen, hätte er den Ball nur noch aus ein paar Zentimeter Entfernung ins Tor drücken müssen. So aber flog der Ball auf der anderen Seite ins Aus.

Inzwischen war es 9:30 Uhr und Claus musste heim. Er zog sein Leibchen aus und bestimmte selbstständig, dass Franz-Josef jetzt zu Gelben wechseln durfte. So zog Franz-Josef das Leibchen von Claus an und ward fortan ein Gelber. Gewisse Umstellungsschwierigkeiten hatte Franz-Josef damit schon, denn nicht jeder seiner Pässe kam ab nun bei einem Gelben an.

So zog sich auch dieses Spiel in die Länge, das golden Goal wollte einfach nicht fallen. Gefühlt war es schon 11:10 Uhr, als Tom eine  RIESEN Chance hatte. Ein genialer Steilpass erreichte den völlig freistehenden Tom. Tom nahm den Ball, Dieter kam blitzschnell aus seinem Tor heraus und Tom schob den Ball überlegt an Dieter vorbei. Leider schob Tom den Ball auch am Tor vorbei und so ward auch diese Chance vertan. Den Gelben fiel ein Stein vom Herzen.

Derart befreit wurde mal wieder Jonas steil geschickt. Jonas lief in den Strafraum hinein und zog ab. Diesmal war es nicht wie vorher nur ein Kullerball, sondern ein satter Schuss. Leider klatschte dieser nur an den Innenpfosten. Von dort sprang er dem mitgelaufenen Klaus vor die Füße und dieser schoss den Ball mit dem rechten Fuß neben dem Pfosten zum 1 : 0 der Gelben ins Netz.

Endlich konnten wir auch dieses Spiel beenden. Gefühlt war es nun 11:15 Uhr, real immerhin 9:45 Uhr und so gingen wir befriedigt zu den Bänken. Dort sprach Peter Dieter auf seine noch ausstehende Geburtstagsfeier an. Um nicht in Kollision mit dem geburtstagsintensiven Februar zu kommen, beschloss Dieter, sein Fest nächsten Samstag abzuhalten. Die Vorräte dafür lagern noch in seinem Kühlschrank. Wir freuen uns drauf !!!

 

 

Hier die Bildergalerie dazu

 


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