Serienecken und zwei magische Minuten

07.04.2018 13:00 von Chronicle Redakteur Martin

7. April

 

Der  VEB-Chronicle  meldet:

 

Serienecken und zwei magische Minuten

Effizienz war heute das Schlagwort. Und diese Effizienz war heute zum Teil sehr unterschiedlich verteilt. Da gab es auf der einen Seiten Eckbälle in Serie ohne jeden zählbaren Erfolg – wenn man mal eine Folgeecke nicht als Erfolg zählt – und auf der anderen Seite eine unerwartete Effizienz, die allerdings nur kurz anhielt. Und trotzdem war die Effizienz heute nicht ausschlaggebend für den Sieg.

Bei herrlichem Sonnenschein, aber noch mit 2 Grad (immerhin) Plus sehr kaltem Wetter trafen sich zum Ende der Osterferien stolze 19 VEB’ler. Giuseppe hatte noch seinen Nachbarn Enrique, genannt Harry, mitgebracht, sodass wir insgesamt 20 Mann waren. Und auch Flo hat uns dieses Jahr zum ersten Mal mit seiner Anwesenheit beglückt und wurde herzlichst begrüßt.

Bald war klar wir spielen auf dem Großfeld und so wurden die Tore auf die 16- bzw.- 5-Linie gestellt während Carmelo mühsam die Leibchen verteilte. Immer wieder kamen neue VEB’ler an und so musste Carmelo ständig seine Verteilstrategie ändern. Aber Carmelo machte seine Aufgabe wie immer hervorragend auch wenn ihm heute ein kleiner Lapsus unterlaufen war. Denn es waren 11 Gelbe gegen 9 Orangene. Als dann Jörg und nicht wie üblich Martin (!!!) von den Gelben zu den Orangenen gewechselt war, begannen wir schließlich mit 10 Gelben gegen 10 Orangene.

Die Orangenen mit Wolfgang im Tor, Martin, dem Flieger, Giuseppe und Mäthes in der Abwehr, Franz-Josef, Klaus, Markus und Ludwig im kompakten Mittelfeld und vorne mit Clemens und Jörg hatten den besseren Start während die Gelben mit Martin Niklin im Tor, Peter, Dieter und Flo in der Abwehr, Robert, Achim, Pellegrino und Lucky im Mittelfeld und vorne mit Enrique und Carmelo Anfangsprobleme hatten.

Aber mit dem besseren Start wussten die Orangenen erst einmal wenig anzufangen. Sie schoben sich in der eigenen Hälfte den Ball zu ohne richtig über die Mittellinie zu kommen. Als dies endlich geschehen war, wussten sie in der gelben Hälfte aber auch nicht richtig, was zu tun ist. So plätscherte das Spiel so dahin, bis die Orangenen plötzlich Ernst machten.

Bei ihrem ersten richtigen Angriff wurde Clemens in der Strafraummitte angespielt. Clemens war völlig frei und die gelbe Abwehr somit völlig indisponiert. In aller Ruhe nahm Clemens den Ball an, schaute und zirkelte den Ball genau ins linke Kreuzeck. Müller und Klaus hätten dies nicht besser machen können, es stand 1 : 0 für die Orangenen.

Nun wachten auch die Gelben langsam auf und begannen ihrerseits Fußball zu spielen. Aber viel kam dabei nicht heraus, dazu gab es zu viele Fehlpässe und Missverständnisse. Die Orangenen hingegen kamen immer mehr in Schwung und dann versuchte es Klaus es genauso gut oder noch besser zu machen wie Clemens vorher. Wieder in der Mitte hatte Klaus freie Bahn und Klaus schoss diesmal ins rechte Kreuzeck. Aber diesmal konnte Niklin mit einem Reflex den rechten Arm ausfahren und den Ball über die Latte lenkten.

Das war nun endgültig der Wachrüttler für die Gelben und sie besannen sich auf ihr Spiel. Und schon wurden sie überlegen und das Spiel verlagerte sich zusehends in die orangene Hälfte. Auf Niklin kamen nun sehr ruhige Zeiten zu während Wolfgang im orangenen Tor nun permanent unter Beschuss stand.

Aber richtige Chancen ergaben sich für die Gelben damit auch nicht, zu ungenau waren ihre Schüsse. Zudem war der letzte Pass öfters auch nicht das Gelbe vom EI, sodass nur selten richtig Gefahr für Wolfgangs Tor bestand.

Aber die Gelben erarbeiteten sich viele Ecken. Auch damit wussten sie nichts Sinnvolles damit anzufangen. Die ersten Ecken verpufften noch völlig wirkungslos, ehe es zu einer Serie von Ecken kam. Eine Ecke nach der anderen segelte in den orangenen Strafraum und jedes Mal geförderte ein Orangener den Ball wieder ins Toraus. So gab es gleich eine Folgeecke, die wieder von einem Orangenen ins Toraus geschossen wurde. Insgesamt 4 Ecken in Folge kamen so für die Gelben heraus, aber halt kein Tor.

Dann endlich hatten die Gelben den Dreh raus, wie man Tore schießt. Über rechts wurde der Ball in Richtung orangener Strafraum getrieben. Es herrschte etwas Unordnung in der orangenen Abwehr, Achim wurde angespielt und konnte den Ball weiter zu Carmelo leiten. Carmelo nahm den Ball an und schoss ihn an Wolfgang vorbei zum verdienten 1 : 1 Ausgleich ins Netz.

Die Gelben blieben weiter am Drücker, das Spiel spielte sich immer noch hauptsächlich in der orangenen Hälfte ab. Die Orangenen kamen nur sporadisch zu Kontern, aber dabei musste die gelbe Abwehr immer höllisch aufpassen, denn wenn Klaus und Markus im Mittelfeld Ernst machten, konnte es jederzeit vorne sehr gefährlich werden. Aber viel Zählbares sprang für die Orangenen dabei auch nicht heraus, Niklin musste nur sehr wenig eingreifen.

Aber auch die Gelben waren sehr ineffizient, denn auch bei ihren Angriffen sprang nichts Zählbares heraus. Es gab zwar noch die einen oder andere Miniserie an Eckbällen und Wolfgang mussten den einen oder anderen Schuss halten, aber richtig zwingend war auch das nicht.

So verrann die Zeit bis sich plötzlich Enrique ein Herz fasste. Enrique trieb vom rechten Flügel kommend den Ball vor sich her. Jeder erwartete eine Flanke in den orangenen Strafraum, als Enrique plötzlich hart aufs Tor schoss. Der Ball flog flach auf Wolfgang zu, Wolfgang wollte den Ball wegschlagen, was aber misslang und so flog der Ball zwischen Wolfgangs Beinen hindurch zur verdienten 2 : 1 Führung der Gelben ins Tor.

Am Spielverlauf änderte dies wenig, die Gelben waren überlegen und die Orangenen verlagerten sich aufs kontern. Vielleicht hat diese Spielweise die Gelben etwas eingelullt und zu selbstsicher gemacht, denn plötzlich, wie aus Nichts, schlugen die Orangenen erbarmungslos zu.

Klaus schickte aus dem Mittelfeld einen präzisen Pass steil in die Strafraummitte der Gelben auf Jörg. Flo und Dieter behinderten sich gegenseitig beim Versuch, den Ball zu erreichen und so landete der Ball bei Jörg. Jörg nahm den Ball elegant mit und lief alleine auf Niklin zu. Niklin kam aus seinem Tor heraus und Jörg schob den Ball überlegt an Niklin vorbei neben dem Pfosten zum 2 : 2 Ausgleich ins Netz.

Giuseppe jubelte ob der 2 : 1 Führung seiner Orangenen, er halt hat immer seine spezielle italienische Zählweise bei den Tor. Aber so falsch lag Giuseppe mit der Führung nicht, denn mit diesem Tor wurden die magischen zwei Minuten der Orangenen eingeläutet.

Denn kaum hatten die Gelben ihren Anstoß ausgeführt und versucht, einen Angriff aufzubauen, war der Ball auch schon wieder weg und die Orangenen starteten ihrerseits wieder einen Angriff. Und wieder herrschte große Konfusion im gelben Strafraum.

Die Gelben bekamen mal wieder den Ball nicht richtig, immer wieder landete der Ball bei einem Orangenen. Beim letzten Fehlversuch von Dieter landete der Ball bei Klaus, der den Ball annahm, ein paar Schritte nach außen lief und dann einer seiner äußerst präzisen Flanken auf den zweiten Pfosten in den gelben Strafraum schickte. Dort war außer Markus weit und breit niemand sonst, sodass Markus alle Zeit der Welt hatte, den Ball mit dem Kopf neben dem Pfosten ins Netz zur 3 : 2 Führung der Orangenen zu drücken.

Von solcher Effizient konnten die Gelben nur träumen: zwei Chancen, zwei Tore und das innerhalb von zwei Minuten. Zudem zerrte sich Enrique dann an der linken Wade (oder war es der Oberschenkel ?) und setzte sich am Rand ins SC-Häuschen um seine Zerrung (oder war es nur ein Krampf) auszukurieren.

Dem Spiel merkte man den Ausfall nicht an, trotz Unterzahl waren die Gelben weiterhin überlegen. Aber sich konnten ihre Angriffe einfach nicht erfolgreich zu Ende spielen. Immer wieder misslang der letzte Pass und mit der Zeit auch die Pässe davor. Die Orangenen machten es aber dann auch nicht besser und zerbröselte Spiel zusehends.

Enrique kam denn wieder aufs Feld und versuchte noch ein wenig mitzuspielen, aber es hatte keinen Sinn mehr und so löste Enrique Niklin im Tor. Eine weise Entscheidung, denn der Posten des gelben Torwarts war weiterhin ein Ruheposten.

Der Posten des orangenen Torwarts war hingegen alles andere als ein Ruheposten, denn Wolfgang wurde weiterhin kräftig eingeheizt. Aber Wolfgang machte seine Sache hervorragend und wehrte alle Bälle, egal ob hoch oder flach, souverän mit seinen Fäusten ab.

Das ging solange gut bis Robert in das Geschehen eingriff. Die Gelben spielten mal wieder eher nutzlos den Ball vor und in dem orangenen Strafraum hin und her, ohne große Gefahr zu erzeugen. Dann kam der Ball zurück auf den Robert, der sich ein Herz fasste und aus der Distanz hart aufs Tor schoss. Wolfgang war ob der Menschenansammlung vor ihm die Sicht versperrt und so flog der Ball ungehindert zum 3 : 3 Ausgleich ins Netz.

Die Gelben, besonders Jörg und Klaus, waren nicht sehr erfreut ob dieses Treffers und so verzögerte sich der orangene Anstoß ob der aufkommenden Diskussion immer mehr. Erst als die Gelben energisch ein Weiterspielen forderten, bequemten sich die Orangenen zum Anstoß und das Spiel ging weiter.

Viel genutzt hat den Orangenen diese Diskussion nicht, denn um ein Haar wäre Robert innerhalb von zwei Minuten ein Doppelpack geglückt. Denn die Orangenen verloren sehr schnell den Ball nach ihrem Anstoß und die Gelben kamen wieder in den orangenen Strafraum. Wieder wurde Robert im Rückraum angespielt, wieder schoss Robert hart aufs Tor, aber diesmal hat Wolfgang den Ball rechtzeitig gesehen und konnte ihn mit einer Reflexbewegung über die Latte lenken.

Aber damit war der Doppelpack von Robert nur leicht verzögert. Denn bald darauf lief wieder eine wunderschöne gelbe Kombination im und um den orangenen Strafraum herum. Wie am Schnürchen lief der Ball durch die gelben Reihen und die Orangenen standen nur staunend daneben ohne entscheidend einzugreifen. So konnte Carmelo in aller Ruhe den Ball steil nach vorne spielen auf Robert, der in der eigentlich für Wolfgang reservierten Position neben dem Pfosten stand. Robert nahm den Ball an, drehte sich noch in Richtung Tor und schoss den Ball zwischen Wolfgang und dem Pfosten zur 4 : 3 Führung ins Tor. Damit hat Robert doch noch sein Doppelpack bekommen. Klaus war ob des „Abwehr“-Verhaltens seiner Orangenen stinksauer, aber große Folgen hatte der Frust auch nicht.

Das Spiel lief weiter wie bisher, die Gelben waren überlegen, mussten aber immer höllisch auf der Hut sein vor gefährlichen, überfallartigen Kontern der Orangenen. So überraschten die Orangenen mal wieder die zu weit aufgerückte gelbe Abwehr. Der Ball wurde über die rechte Seite vorangetrieben und in der Mitte standen zwei Orangenen völlig frei. Die Flanke segelte herein, aber Enrique kam rechtzeitig aus seinem Tor heraus und konnte den Ball mit der Hand ablenken. Sonst hätte wohl großes Unheil für die Gelben gedroht.

Aber das war auch die letzte Tat, die Enrique im Tor vollbringen musste, denn in der Folgezeit bestimmten wieder die Gelben das Spiel und Enrique konnte sich getrost ausruhen. Vom Ausruhen war Wolfgang auf der anderen Seite weit entfernt, denn Angriff auf Angriff rollte auf sein Tor zu. Die Orangenen hatten inzwischen umgestellt und Jörg war ins Abwehrzentrum zurückgegangen.

Die Gelben schickten Carmelo steil und der lieferte sich ein Laufduell mit Jörg, um den weit geschlagenen Ball zu erreichen. Dabei gab es wohl die eine oder andere Berührung, Carmelo beschwerte sich auf jeden Fall lauthals über Jörgs Verhalten. Das alles hat Carmelo aber nicht davon abgehalten, den Ball noch zu erreichen und an dem herauslaufenden Wolfgang vorbei in Richtung zweiter Pfosten zu schicken. Dorthin war Niklin mitgelaufen, aber Niklin musste nicht mehr eingreifen, denn vom zweiten Pfosten aus rollte der Ball ins Netz zum 5 : 3 Sieg der Gelben.

Die Pause hatten wir4 uns redlich verdient und als Giuseppe auf die Uhr schaute und merkte, dass es schon 9:15 Uhr war, beschloss er, dass es genug für ihn heute sei und machte sich auf den Heimweg. Enrique schloss sich ihm an, sodass nun beide Mannschaften einen Mann weniger hatten. Der Weggang hatte Umstellungen auf beiden Seiten zur Folge, bei den Orangenen ging nun Jörg ins Tor und bei den Gelben Pellegrino.

So starteten wir das zweite Spiel heute. Das Spiel war etwas ausgeglichener, es ging flott hin und her, ohne dass sich aber zwingende Chancen ergaben. Pellegrino musste den einen oder anderen Ball halten und auch Jörg war gefordert. Carmelo war links durchgegangen, in der Mitte stand Niklin frei, aber anstatt zu flanken schoss Carmelo aus spitzem Winkel und Jörg konnte den Ball ohne Mühe fangen.

Inzwischen waren hinter dem gelben Tor zwei Jugendmannschaften erschienen, um sich warm zumachen. Ein Blick auf die Uhr zeigte 9:29 Uhr und so beschlossen wir Schluss zu machen, obwohl die Orangenen sich noch eine Ecke erarbeitet hatten.

Bei den Bänken angekommen trafen wir Sascha, den wir herzlich begrüßten. Sascha schnappte sich Martins Foto und bestand auf einem Mannschaftsfoto. Wir leisteten Saschas Forderung gerne Folge und so schoss Sascha einige Fotos von uns Frühjahrskicker. So konnten wir alle befriedigt nach Hause gehen.

 

 

Hier die Bildergalerie dazu

 


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