Ohnmacht in Überzahl

02.12.2017 10:30 von Chronicle Redakteur Martin

2. Dezember

 

Der  VEB-Chronicle  meldet:

 

Ohnmacht in Überzahl

Überzahl kann auch ein Fluch sein. So ohnmächtig in Überzahl war schon länger keine Mannschaft mehr wie heute die Orangenen. Und das lag bestimmt nicht nur an den Gelben, die in Unterzahl mit den Orangenen Katz und Maus gespielt haben. Bei den Orangenen war heute irgendwie der Überzahl-Wurm drin (sehr positiv ausgedrückt). Und bei den Gelben genügte es öfters, wenn man seine einsame Sturmspitze in Gedanken begleitet hat. Sie hat dann mit dieser mentalen Unterstützung Tor um Tor geschossen. So konnten wir heute zu Beginn der Adventszeit Törchen um Törchen öffnen.

Bei herrlichem und kaltem Winterwetter trafen sich 11 VEB’ler zu ihrem Kick heute. Aber wir hatten erst einmal wieder ein alt bekanntes Problem zu lösen: wie kommen wir auf den verschlossenen Platz ??? Es waren zwar reichlich VEB’ler da, die sich auch schon vor dem verschlossenen Tor warm machten, aber kein Schlüsselmann. Als Martin versuchte, über den Zaun zu kommen, kam gemütlich Peter an flaniert und öffnete uns gnädiger Weise das Tor.

So kamen wir reichlich spät auf den Platz wo Carmelo dann die Leibchen verteilte. Claus und Tom beschwerten sich über die Mini-Größen ihrer Leibchen, sie kamen sich vor wie bei moby-dick.de und so sahen sie auch aus (siehe Foto). Bevor wir anfingen, rief uns Gernot zusammen um uns die traurige Nachricht vom tragischen Tod von Achim’s Sohn Julius mitzuteilen. Diese Nachricht hat uns alle tief erschüttert und so fingen wir in bedrückter Stimmung mit 5 Gelben gegen 6 Orangene an.

Daran lag es wahrscheinlich nicht, dass die Orangenen mit Jörg im Tor, Dieter und Peter hinten und davor mit Claus, Tom und Carmelo einfach nicht ins Spiel kamen. Damit hatten die Gelben mit Gernot im Tor, Martin und Franz-Josef hinten und davor mit Klaus und Wolfgang keinerlei Probleme.

Denn die Gelben bestimmten von der ersten Minute an das Spiel, die Unterzahl war nicht zu bemerken. Bei ihnen lief der Ball wie am Schnürchen durch ihre Reihen und das, obwohl Martin und Franz-Josef wahrlich nicht als Passkönige bekannt sind. Aber heute kamen die aller meisten Pässe an und vorne waren Klaus oder Wolfgang Dank ihrer Wendigkeit und Schnelligkeit immer anspielbar. Und hatten die Beiden dann den Ball, ging es ratz fatz im Doppelpass und die orangene Abwehr war leichtfüßig ausgehebelt.

Aber die Orangenen machten es den Gelben auch sehr leicht, denn bei ihnen lief rein gar nichts zusammen. Kaum ein Pass kam an, ihre Bewegungen waren behäbig und so hatten Klaus und Wolfgang kaum Probleme, sich immer wieder vorne einen Ball zu erobern. Und sie wussten damit viel anzufangen. So fiel nach einem orangenen Fehlpass quer über das Feld, den sich Wolfgang erlief, das 1 : 0 als Wolfgang den Ball quer auf den freien Klaus spielte, der keine Mühe hatte, das Leder im Netz unterzubringen.

Da merkte Carmelo, dass sein Knie doch noch nicht in Ordnung war und er wechselte mir Gernot die Leibchen. Gernot war nun fortan bei den Orangenen im Tor (ein SEHR schlechter Tausch) und Carmelo ging bei den Gelben ins Tor. Am Spiel hat dieser Wechsel nichts geändert, die Gelben bestimmten weiterhin nach Belieben das Spiel und bei den Orangenen ging einfach gar nichts.

So rollte ein Angriff nach dem anderen auf das nun von Gernot gehütete orangene Tor ohne dass die Orangenen viel dagegen unternehmen konnten. Wieder spielten Klaus und Wolfgang gekonnt Doppelpass und diesmal war es Wolfgang, der den Ball zum 2 : 0 im Netz versenkte.

So ging das unentwegt weiter, Carmelo fror und langweilte sich im gelben Tor, während Gernot unter Dauerbeschuss stand. Da es kaum orangene Angriffe gab, durfte auch Franz-Josef mit nach vorne und bei einem seiner vielen Vorstöße hämmerte er den Ball von rechts kommend ins entfernte Eck zur 3 : 0 Führung. Auf Nachfrage konnte Franz-Josef nicht genau sagen, ob dies nun ein Schuss oder doch eine Flanke gewesen war, aber auf jeden Fall war der Ball drin.

Diesem Tor folgte bald das 4 . 0 durch Klaus (? oder war es Wolfgang ?) ehe bei einem der ganz wenigen Angriffe der Orangenen plötzlich Tom links frei zum Schuss kam. Gegen seinen platzierten und harten Schuss hatte Carmelo keine Chance, es stand nur noch 1 : 4. Aber mehr war nicht drin für die Orangene in diesem Spiel denn kurz danach folgte durch Klaus oder Wolfgang das 5 : 1.

Als es ohne Wechsel und Pause einfach weiter ging, fragte Martin nach, ob allen bewusst sei, dass die Gelben dieses Spiel gerade mit 5 : 1 gewonnen hatten. Alle bejahten, hatten aber ob der sehr kurzen Spieldauer weder Lust auf eine Pause noch auf einen Seitenwechsel.

So begann das zweite Spiel, dass sich in nichts vom ersten Spiel unterschied. Die Gelben spielten nach Belieben Katz und Maus mit den immer behäbiger werdenden Orangenen. Hinten standen die Gelben sicher (es kam ja kaum ein orangener Angriff in Strafraumnähe) und vorne wirbelten Klaus und Wolfgang wie es ihnen gefiel. Und sie hatten sehr viel Gefallen an dieser Art von Spiel. Immer wieder spielten sie sich den Ball hin und her, kaum hatte einer gepasst, lief er sich frei und bekam sofort den Ball wieder zugespielt. Und wenn sich ein Orangener den Beiden in den Weg stellte, wurde er halt ausgetrickst.

Eigentlich hatte Dieter beim Warmspielen vor dem Tore nach einem Tunnel durch seine Beine verkündet, der Dieter-Tunnel sei nun geschlossen. Aber Klaus hatte dies nicht richtig mitbekommen und so tunnelte Klaus den armen Dieter nochmals, als er Wolfgang steil schickte. Und Wolfgang hatte keine Mühe, den so erhaltenen Ball an Gernot vorbei zum 1 : 0 ins Netz zu schieben.

Ab dann war der Dieter-Tunnel endgültig geschlossen, aber das hinderte die Gelben nicht weiterhin vorne beinahe ungestört ihr variables Angriffsspiel auszuziehen. Dem 1 : 0 folgte bald das 2 :0 und das 3 :0, jeweils von Klaus und Wolfgang erzielt, ehe Carmelo dann doch ein klein bisschen Arbeit bekam. Nach ein paar eher zaghaften Versuchen gelang es Peter dann Carmelo zum 1 : 3 zu überwinden.

Aber mehr war für die Orangenen auch in diesem Spiel nicht drin. Klaus schoss kurz danach den Ball an den Außenpfosten, ehe Klaus oder Wolfgang das 4 : 1 erzielt. Auch Martin hatte sich angesichts der orangenen Angriffsmisere immer wieder in die gelben Angriffe mit eingeschaltet. Seine ersten riesen Chancen versemmelte Martin noch in bekannter Manier, aber als Klaus ihn links anspielte und Wolfgang von hinten rief: „mach ihn rein“ folgte Martin dieser Aufforderung und haute den Ball neben dem Pfosten zum 5 : 1 Sieg der Gelben ins Netz.

Nach diesem Sieg gab es dann endlich die erste Pause samt einem Seitenwechsel. Da Carmelo im gelben Tor jämmerlich gefroren hatte, tauschte er mit Jörg die Leibchen und Jörg ging nun bei den Gelben ins Tor.

Dieser Wechsel hatte positive Auswirkungen auf das orangene Spiel. Denn plötzlich hatten die Orangenen vorne jemand, den sie anspielen konnten und sie nutzten die Möglichkeit intensiv aus. So kam Schwung in das orangene Spiel, die gelbe Abwehr hatte plötzlich was zu tun. Und das war sei nicht so gewohnt und schon hatte Carmelo freie Bahn, die er zum 1 : 0 der Orangenen nutzte. Gegen den harten und platzierten Schuss von Carmelo hatte Jörg keine Chance. Wir sollten das Torwartsein im gelben Tor als Kur verkaufen, so gut ging Carmelos Knie nun.

Die erste orangene Führung heute, die Orangenen feierten diese Führung erfreut. Aber es sollte die einzige orangene Führung heute bleiben, denn die Orangenen konnten einfach nicht nachlegen. Und diese Führung hielt nicht lange, denn Klaus oder Wolfgang erzielten bald darauf das 1 : 1.

Aber die Orangenen spielten nun etwas strukturierter und fingen an, ihre Überzahl zu nutzen. Immer wieder stand ein Orangener nun vorne frei, aber die Passgenauigkeit der Orangenen war immer noch sehr verbesserungsfähig. So kamen viele erfolgsversprechende Pässe nicht richtig an. Entweder sie kamen in den Rücken des Mitspielers oder sie waren zu lang oder zu kurz.

So ergaben sich trotz vieler eigentlich erfolgsversprechender Szenen nur wenige Chancen. Eine davon hatte Peter, als er aus kurzer Distanz abzog. Aber Jörg warf sich blitzschnell in die bedrohte Ecke, riss den Arm hoch und lenkte den Ball über die Latte. Aber sonst hatte Jörg einen eher ruhigen Vormittag im gelben Tor.

Die Fehlpass-Quote der Orangenen war immer noch viel zu hoch und sogar Peter, der sonst ein Passgarant ist, ließ sich davon anstecken und produzierte ungewohnt viele Fehlpässe. Da lief es bei den Gelben ganz anders. Die meisten Pässe kamen an, auch wenn es das eine oder andere Missverständnis gab, bei dem öfters Martin beteiligt war.

Aber auch solche Missverständnisse konnten die Orangenen nicht nutzen und so hielt sich der Schaden in engen Grenzen für die Gelben. Und wenn ihre Pässe ankamen, wurde es gleich richtig gefährlich. Wolfgang wurde frei gespielt und schon hieß es 2 : 1 für die Gelben.

Aber die Orangenen spielten nun wenigstens zeitweise mit und kamen immer wieder vor Jörgs Tor. Claus wurde frei gespielt und konnte zum 2 : 2 ausgleichen.

Die nächste Szene war ein wunderbares Sinnbild für die heutigen Spiele. Wieder kamen die Orangenen in den gelben Strafraum, die gelbe Abwehr war ausgehebelt und links standen Tom und Carmelo einen Meter frei vor dem Tor. Der Pass von Claus (??) erreichte die Beiden sogar und sie mussten den Ball eigentlich nur noch aus einem Meter ins verlassene Eck schieben.

Aber selbst das gelang den Beiden nicht, sie behinderten sich gegenseitig, keiner traf den Ball richtig und so hoppelt der Ball langsam in Richtung Torlinie. Jörg kam angerannt und haute den Ball deutlich vor der Torlinie nach vorne zu Klaus, der an der Mittellinie völlig alleine stand. Klaus nahm den Ball auf, rannte alleine auf Gernot zu, umkurvte ihn und schob den Ball zur 3 : 2 Führung ins Netz.

Dieses Tor euphorisierte die Gelben so, dass sie einen Augenblick lang unkonzentriert waren. Diesen Augenblick nutzten die Orangenen eiskalt aus. Ein schneller Anstoß, der Ball wurde nach vorne gespielt und schon stand es 3 : 3.

Aber auch die Orangenen hatten nach diesem Tor einen Blackout, denn die Gelben griffen energisch an und erspielten sich eine Ecke. Klaus trat den Ball hoch in die Mitte, wo Wolfgang ungehindert (!!! und das in Unterzahl !!!) hochstiegen konnte und den Ball mit dem Kopf zur 4 : 3 Führung ins Netz rammte.

Klaus krönte seine tolle Leistung heute mit dem Tor zum verdienten 5 : 3 Sieg der Gelben. Da Wolfgang sehr viel gelaufen war und ihm etwas die Puste ausging, löste er Jörg im Tor ab. Aber dieser Wechsel änderte nichts am Spiel, denn auch im vierten Spiel waren die Gelben deutlich überlegen.

Ohne Wolfgang war Klaus vorne nun meistens auf sich alleine gestellt, denn die Gelben verteidigten hinten nun mit drei Mann. Aber in Gedanken waren seine Gelben stets mit Klaus dabei. Das alleine hat genügt, denn wenn Klaus vorne angespielt wurde, überrannte und umspielte er alleine die orangene Abwehr und das, obwohl ihm seit Mitte des dritten Spiels der Oberschenkel leicht wehtat.

Aber gegen die orangene Abwehr reichte es auch mit einem leicht lädierten Oberschenkel. So wurde Klaus aus der Deckung heraus vorne angespielt, in Gedanken rannten alle Gelben mit ihm nach vorne, in Realität aber war Klaus alleine vorne. Ihn störte das nicht, er umkurvte alle Orangenen, die sich ihm in den Weg stellten und schob den Ball zur 1 : 0 Führung ein.

Auch das 2 : 0 fiel beinahe so, nur dass da Martin rechts mitgelaufen war. Aber diese Hilfe brauchte Klaus nicht, denn er ging auf Nummer sicher und lochte den Ball zur 2 : 0 Führung lieber selber ein.

Aber auch die Orangenen spielten in dieser Phase mehr oder weniger gut mit. Sie kamen immer wieder zu guten Gelegenheiten, aber besonders Peter hatte heute nur Pech an seinen Stiefeln. Aus Positionen, aus denen er sonst blind ins Tor trifft, versagte Peter heute, einmal allerdings sehr knapp. Denn sein Hammer klatsche an die Querlatte, da hätte Wolfgang keine Chance gehabt.

Dann war es aber Carmelo, der Wolfgang zum 1 : 2 überwinden konnte. Wolfgang hatte sich nun genug erholt im Tor und Martin ging für den Rest des Spiels statt seiner ins gelbe Tor. Und dieser Wechsel hatte Folgen, denn kaum war Wolfgang auf dem Feld, schoss er auch schon das Tor zur 3 : 1 Führung der Gelben. Damit hat er den möglich Hattrick von Klaus unmöglich gemacht, aber Klaus hat dies nicht gestört (wenn er es überhaupt registriert hat).

Aber die Orangenen blieben im Spiel und nutzten die Möglichkeiten, die die immer müder werdenden Gelben ihnen boten. So wurde Claus rechts frei gespielt und gegen seinen platzierten Schuss neben den kurzen Pfosten war Martin machtlos, es stand nur noch 2 : 3.

Den Orangenen gelang sogar noch der Ausgleichstreffer zum 3 : 3, ehe Martins Abschlag dann eine mögliche erneute orangene Führung verhinderte. Martin warf den Ball nach vorne in den Lauf von Wolfgang, der rechts davon zog. Im richtigen Augenblick passte Wolfgang quer nach innen zu Klaus, der den Ball zur 4 : 3 Führung der Gelben versenkte.

Und da Klaus gerade so richtig gut in Fahrt war, bediente ihn kurz danach wieder Wolfgang und Klaus hämmerte den Ball zum 5 : 3 Sieg der Gelben unter die Latte ins Netz. So beendeten wir unsere Kicks heute.

Um die armen Orangenen etwas aufzumuntern und zu motivieren, suchten wir nach dem Spiel nach positiven Aspekten im orangenen Spiel. Viel ist uns dazu nicht eingefallen, aber ein paar Dinge schon:

1. es gab keine Verletzte
2. es kann nur noch besser werden (schlechter geht kaum noch)
3. Und bei der Weihnachtsfeier kam noch ein dritter Aspekt dazu, als Gerd kam. Er hätte sich trotz seiner sehr langen Pause nahtlos ins orangene Spiel integrieren können. Es wäre überhaupt nicht aufgefallen, dass er so lange nicht gespielt hat

Ihr Orangenen seht also, es gibt noch Hoffnung !!!

 

 

Hier die Bildergalerie dazu

 


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