Martin, nenn mich Kahn !!!

01.02.2020 12:45 von Chronicle Redakteur Martin

1. Februar

 

Der  VEB-Chronicle  meldet:

Martin, nenn mich Kahn !!!

Gegen Ende des zweiten Spiels rief Peter, der Paul im gelben Tor ganz laut zu dem weiter vor ihm stehenden Martin diesen stolzen Satz. Und Paul hatte allen Grund dazu. Denn wie Kahn hatte Paul wenig zu tun, wenn er aber gefordert wurde, war er voll da und erfüllte seinen Job optimal. Kein Wunder dass Paul da auf solche Gedanken kam. Auch wenn Frank dazu nur meinte, das klingt ja wie „Schubka(r)hn“, aber dafür war Paul viel zu beweglich. Zudem waren heute Freud und Leid sehr unterschiedlich auf die Mannschaften verteilt, was sich besonders nach Spielende deutlich zeigte.

Bei herrlichem Frühlingswetter – und das am 1. Februar !!!, es war wolkenlos und warm, trafen sich rekordverdächtige 23 VEB’ler zu ihrem Kick. Auch Korab, der Sohn von Bllaca, war wieder mit dabei. Schon bald war klar, wir spielen Großfeld und so verschoben wir einige Tore während Carmelo mit seinem Assistenten Ali die Leibchen verteilte. So ging es dann mit einiger Verspätung mit 12 Blauen gegen 11 Gelbe los.

Dass die Blauen mit Martin im Tor, Peter, Ali, Wolfgang und Tom in der Abwehr, Franz-Josef, Arne, Ludwig und Flo im Mittelfeld und vorne mit Achim, Korab und Jonas in Überzahl spielten, war während des Spiels niemandem bewusst, auch der Chronist musste nachher x-mal nachzählen und viele Fotos studieren, um darüber Gewissheit zu haben.

Denn die Gelben mit Peter, dem Paul im Tor, Claus, Dieter und Jörg in der Abwehr, Mäthes, Lucky, Bllaca und Frank im Mittelfeld und vorne mit Klaus, Carmelo und Wolfgang, dem Ingo waren von Anfang trotz Unterzahl überlegen. So bekam Martin von Anfang an einiges zu tun, aber auch Paul durfte sein Können zeigen, wenn auch bei deutlich weniger Gelegenheiten.

Kaum hatte das Spiel begonnen, strahlte die Sonne zwischen den Bäumen hervor. Und sie stand beinahe waagrecht, sodass sie den Blauen und insbesondere Martin im Tor genau in die Augen strahlte. Das war natürlich ein Handicap, aber es erklärt nur sehr unzureichend, warum die Blauen einfach nicht richtig ins Spiel kamen.

So wogte das Spiel längere Zeit hin und her, die Gelben waren leicht überlegen, aber zwingend Chancen gab es für keine der Mannschaften. Trotzdem war schon klar zu erkennen, das Spiel der Gelben war flüssiger und runder, es beteiligten sich alle am Kombinationsspiel, während bei den Blauen das Spiel eher stockte und es eine größere Diskrepanz zwischen den drei Spitzen und dem Rest der Mannschaft gab.

Nach einiger Zeit verloren die Blauen im Aufbauspiel im Mittelfeld den Ball, die Gelben schalteten blitzschnell um und starteten einen Überzahlkonter. Carmelo und Ingo liefen alleine auf Martin zu, Martin kam aus seinem Tor heraus und konnte den Schuss von Carmelo noch mit dem Bein abwehren, aber der Ball flog vor die Füße von Ingo, der keine Mühe hatte, den Ball zum 1 : 0 für die Gelben ins leere Tor zu schieben. Martin schimpfte: Wo ist die Abwehr ???. Nun ja, die tummelte sich noch im Mittelfeld.

Die Gelben wurden nun immer besser, ihr Spiel lief war technisch sicher und durchdacht, während das blaue Spiel zusehends stockte. Den Blauen unterliefen immer wieder Fehlpässe, sie liefen sich nicht frei und brachten so den Ballführenden immer wieder in Schwierigkeiten beim Abspiel. Zudem pressten die Gelben trotz Unterzahl viel effizienter als die Blauen, die pressten praktisch überhaupt nicht, und so kamen die Gelben immer wieder schnell in Ballbesitz.

Tom wurde von hinten angespielt und lief in Richtung Mittelfeld. Aber Tom fand keinen freien Mitspieler und verlor den Ball. Sofort schalteten die Gelben um, Klaus nahm den Ball mit Geschwindigkeit mit und legte quer auf Carmelo. Der hatte dann keine Mühe, den Ball aus kurzer Distanz ins Tor zum 2 : 0 für die Gelben zu schießen.

Danach ging dann wegen einer kleinen Verletzung Wolfgang statt Martin ins Tor, aber am Spiel änderte dies erst einmal nicht viel. Martin wusste nicht so recht auf welcher Position er spielen sollte und entschied sich vorne links vor Peter zu spielen.

So hatte Martin die beste Sicht auf einen wunderschönen blauen Angriff. Korab und Achim trieben den Ball durchs Mittelfeld und spielten dann steil auf Jonas. Jonas nahm den Ball rechts an und drehte dann zur Mitte ab. Dabei schüttelte er Dieter ab und lief alleine auf Paul zu. Jonas behielt die Nerven und schoss den Ball überlegt an Paul vorbei zum 1 : 2 Anschlusstreffer ins Netz.

Martin meinte erfreut: kaum bin ich auf dem Feld, fallen die Tore. Nun ja, da hatte Martin recht, aber leider fielen die nicht nur auf der Seite der Blauen sondern auch auf der Seite der Gelben.

Denn kurze Zeit später starteten die Blauen einen Angriff über links. Peter trieb den Ball voran und spielte ihn nach vorne zu Martin. Martin wollte den Ball quer zu Achim spielen, aber der Pass war überhastet und viel zu ungenau. So konnte Frank (??) dazwischen gehen und den Ball nach vorne zu Klaus spielen. Klaus spielte steil nach vorne auf den durchlaufenden Carmelo, der keine Mühe hatte, den Ball an Wolfgang vorbei zum 3 : 1 ins Tor zu schießen.

Die Gelben wurden nun immer besser, das blaue Spiel zerfiel zusehends und so häuften sich die gelben Chancen, während die Blauen sich nur noch vereinzelt Chancen erspielen konnten. Und diese Überlegenheit drückte sich bald auch im Ergebnis aus, denn Carmelo gelang mit seinem dritten Tor in Folge und damit einem Hattrick das 4 : 1. Dieses Tor fiel nicht durch einen Konter, sondern die Gelben hatten dieses sehr schön herausgespielt.

Tom hatte sich dann auch leicht verletzt und löste nun Wolfgang im Tor ab. Am Spiel änderte dies wenig, auch wenn die Blauen nun einige Chancen hatten. Aber bei diesen Chancen konnte sich Paul auszeichnen, der zweimal hervorragend hielt. Aber gegen das Tor von Korab war auch Paul machtlos.

Korab lief von rechts quer in den gelben Strafraum während Jonas mit dem Ball in der Mitte dribbelte. Jonas legte Korab den Ball vor, Korab nahm den Ball mit, überlief die gelbe Abwehr und tauchte so alleine vor Paul auf. Auch Korab behielt die Nerven und haute den Ball neben dem Pfosten zum 2 : 4 ins Netz.

Da hatte Paul keine Chance und kurze Zeit später hatte Paul das Glück auf seiner Seite. Martin wurde links angespielt und ließ mit einer eleganten Körpertäuschung Frank ins Leere laufen. Martin hatte freie Bahn und flankte hoch in den gelben Strafraum auf Achim. Jörg, der vor Achim postiert war, stieg hoch und erwischte den Ball mit dem Kopf. Der Ball flog hoch in Richtung Tor und klatschte von oben aufs Kreuzeck. Da hatten die Gelben etwas Glück gehabt.

Aber um diesen Spiel zu gewinnen, benötigten die Gelben dann kein Glück mehr, dazu reichte ihre Spielkunst alleine aus. Wieder griffen die Gelben gekonnt an und setzten Carmelo steil ein. Carmelo ging rechts durch und flankte dann zu Ingo, der den Ball mit seinem zweiten Tor heute zum völlig verdienten 5 : 2 Sieg der Gelben ins Netz setzte.

So ging es in die wohlverdiente Pause. Ein Wechsel war kein Thema in der Pause und so ging es unverändert in das 2. Spiel. Den Blauen hatte die Pause gut getan, denn sie kamen deutlich verbessert zurück aufs Feld. Sie konnten das Spiel nun ausgeglichen gestalten und hatten bald eine RIESEN Chance.

Die Blauen trieben den Ball durchs Mittelfeld, als Achim vorne steil losrannte. Ein intelligenter und genauer Pass auf Achim, Achim nahm den Ball auf und umspielte den sich ihm in den Weg stellenden Dieter. Achim hatte so freie Bahn und rannte alleine auf Paul zu. Achim behielte die Nerven und schoss präzise, aber Paul reagierte überragend, warf sich quer in die Luft und lenkte diesen Ball blitzschnell neben dem Pfosten zur Ecke. Von beiden eine tolle Leistung !!!

Das Spiel wogte nun lange Zeit hin und her und beide Torhüter konnten sich mehrfach auszeichnen, denn sowohl Paul als auch Tom hielten souverän alles, was so auf ihr Tor zuflog, und das war nicht wenig.

Tom allerdings hatte viel mehr zu tun und er musste immer wieder höllisch auf der Hut sein, wenn die Gelben vorallem Carmelo steil anspielten. Tom musste des Öfteren dann raus aus seinem Tor und sich Carmelo in den Weg stellen, um Schlimmeres zu verhindern. Einmal hat Tom dies auch durch einen sehr schlampigen Abwurf genau in die Füße von Klaus (???) provoziert, aber auch diese Gefahr konnte Tom wieder bereinigen.

Dann aber nahm die Fehlpassquote der Blauen wieder zu, wobei sich da besonders Martin, Wolfgang und Franz-Josef auszeichneten. Aber auch die anderen Blauen waren nicht fehlerfrei, was auch daran lag, dass sie dem jeweils Ballführenden nicht durch geschicktes Anbieten zu Hilfe kamen. Besonders Martin machte so dem armen Peter das Leben des Öfteren schwer. So waren Achim, Korab und Jonas vorne wieder öfters auf sich alleine gestellt und so stockten die Blauen Angriffe.

Da machten es die Gelben schon wesentlich besser, denn wenn sie im Angriff waren, war beinahe jeder Gelbe irgendwie daran beteiligt. So hatten die Gelben immer mehrere Möglichkeiten des Anspiels und das nutzten sie konsequent aus. So kamen die Gelben wieder vermehrt zu Chancen, ohne diese aber nutzen zu können.

Schließlich aber setzte sich die technische Überlegenheit der Gelben doch durch. Bllaca wurde im Mittelfeld angespielt und lief mit dem Ball in die blaue Hälfte hinein. Klaus ging steil in die Mitte und Bllaca bediente ihn mit einem Zuckerpass. Klaus nahm den Ball blitzschnell auf und obwohl sich ihm vier (!!!) Blaue in den Weg stellten, ließ sich Klaus nicht beirren, lief noch ein paar Schritte in Richtung Tor und schoss dann den Ball überlegt an Tom vorbei zum längst fälligen 1 : 0 ins Tor.

Typisch für das blaue Spiel war dann der Anstoß der Blauen. Korab spielte den Ball flach zu Jonas, der den Ball nach hinten auf Wolfgang spielte. Wolfgang wusste nicht so recht wohin mit dem Ball, wurde angegriffen und verursachte so einen Einwurf für die Gelben. Nicht einmal bei einem Anstoß schafften es die Blauen, in die gelbe Hälfte zu kommen !!!

Und wenn die Blauen es dann doch einmal schafften, war Paul zur Stelle. Wie Kahn beim FCB war Paul nicht sehr beschäftig, aber wenn er gefragt war, war er voll zur Stelle und hielt alles, was so auf seinen Kasten zuflog. Da konnten die Blauen schießen wie sie wollten, Paul war nicht zu bezwingen. Dies veranlasste Paul dann zur heutigen Überschrift.

Auch sonst hat sich Paul immer wieder gewünscht, dass endlich Martin mal vor seinem Tor aufkreuzen sollte, aber dies geschah ganz selten. Und wenn doch, denn produzierte Martin einen Fehlpass. Martin kreuzte meist ungedeckt vor Paul auf, was Paul auch bemängelte, aber wahrscheinlich haben sie die Gelben gedacht, Martin macht eh nur Mist vorne und ist so ungefährlich, dass sie Decken nicht lohnt.

Die Gelben hatten nun vermehrt Chancen, aber sie nutzten sie nicht. Besonders grotesk war eine Szene, als erst Klaus (??) aufs Tor schoss, aber sein Schuss wurde abgeblockt. Auch der Nachschuss fand sein Ziel nicht und als dann Mäthes an den Ball kam, donnerte Mäthes den Ball hoch über Toms Tor.

Typisch für das blaue Spiel war auch das 2 : 0. Arne wurde hinten rechts angespielt und wollte den Ball nach vorne zu Franz-Josef spielen. Aber auch Arne unterlief dabei ein Fehlpass und so landete der Ball bei Klaus. Klaus nahm das Geschenk dankend an und flankte hoch und vorallem exakt in den blauen Strafraum genau auf den Kopf von Mäthes. Mäthes ging leicht in die Knie und drückte den Ball mit dem Kopf an Tom vorbei ins Tor.

Dies war eine große Genugtuung für Mäthes, denn bei all seinen vorherigen Versuchen gelang es Mäthes nur, den Ball jeweils hoch über das Tor zu hauen. Als dann die Gelben wieder einen Ball sehr hoch über Toms Tor hauten und sogar noch über den Zaun dahinter, ging Klaus leicht humpelnd vom Feld, während sich Tom auf den Weg machte, den Ball holte.

Die ersten redeten da noch davon, dass die Gelben nun in Unterzahl weiter spielen müssten (dabei haben sie es ja die ganze Zeit schon getan !!!), aber dann setzte sich doch der Gedanke durch, das Spiel zu beenden, da wir schon etwas über der Zeit waren. Als Tom dann endlich mit dem Ball wieder zurück war, waren wir schon auf dem Weg zu den Bänken, was Tom und ein paare anderen garnicht gefiel. Aber da war es nicht mehr rückgängig zu machen.

Angesicht der großen Anzahl VEB’ler wollte Martin unbedingt ein Mannschaftsfoto schießen, fand dafür aber keine Zustimmung. Besonders Ludwig war stocksauer über den Verlauf der Spiele und verließ genauso schnell wie frustriert das Gelände. Auch die anderen wollten trotz mehrfacher Bitte von Martin kein Mannschaftsfoto. Aber wenigstens fanden sich die beiden Wolfgänger bereit für ein Wolf-Gang Foto. So gab es auch für Martin einen einigermaßen versöhnlichen Abschluss heute.

 

 

Hier die Bildergalerie dazu

 


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