Die Einführung des partiellen Abseits

01.05.2019 12:00 von Chronicle Redakteur Martin

1. Mai

 

Der  VEB-Chronicle  meldet:

 

Die Einführung des partiellen Abseits

Bisher spielte Abseits bei uns keine große Rolle. Es galt die eher theoretische Gernot-Abseitsregel: ab 10 Meter ist es Abseits (aber nur wenn wir es wollen). Heute allerdings führten wir diese partielle Abseitsregel zum ersten Mal offiziell ein und annullierten ein Tor, dass auch nach der Gernot-Abseitsregel klares Abseits war. Zudem durften wir heute noch zwei neue Mitspieler begrüßen. Mal sehen ob daraus Stammspieler werden.

Bei herrlichem, aber etwas kühlem Frühjahrswetter trafen sich heute am 1. Mai immerhin 12 VEB’ler zu ihrem Kick. Gernot hatte das entsprechende Email versandt

Hallo veb,ler wir spielen am 1.5. Fußball um 8.00 Uhr.

Wer kommt denn überhaupt ?

Bitte gebt kurz Bescheid.

Gruß gernot

Und es kamen wie gesagt genügend, sodass Markus dann die Leibchen verteilen konnte. Wir wollten gerade anfangen zu spielen, als sich ein uns unbekannter Mann durch die Seitentür zwängte und fragte, ob er mitspielen könne. Es war Plaka, ein Kroate aus Sibenik, und er verstärkte die Grünen. So ging es dann mit 6 Roten gegen 7 Grüne los.

Die Grünen mit Pellegrino im Tor, Dieter und Tom in der Abwehr, Eugen und Markus im Mittelfeld und vorne mit Plaka und Giuseppe hatten Anstoß. Die Roten mit Wolfgang im Tor, Martin und Peter in der Abwehr sowie Ludwig, Frank und Amir davor konnten erst einmal nur zuschauen.

Die Grünen ließen geschickt und ballsicher den Ball durch ihre Reihen zirkulieren, bis ein exakter Steilpass Markus (??) vorne erreichte. Ein harter Schuss und es stand 1 : 0 für die Grünen. Bis dahin hatte noch kein Roter den Ball berührt. Ludwig meinte schon etwas resigniert, dass das wohl so weiter gehen würde bei dieser Einteilung der Mannschaften.

Nun, Ludwig hatte Recht, wenn auch anders herum. Denn nun hatten die Roten Anstoß und auch sie ließen den Ball gekonnt durch ihre Reihen zirkulieren, ohne das die Grünen eine Chance auf eine Zugriff hatten. Ein Steilpass nach vorne zu Amir (??) und schon stand es 1 : 1.

Auch nach dem nächsten Anstoß ließen die Grünen den Ball wieder gekonnt durch ihre Reihen zirkulieren, nur der entscheidende Steilpass kam nicht sofort zustand. Insgesamt nutzten die Grünen ihre Überzahl sehr effizient aus, machten das Spiel schnell und breit und zwängten die Roten so in ihrer Hälfte ein.

Und wenn die Roten mal den Ball hatten, dauerte es natürlich länger bis sie einen Angriff starten konnten, denn erst einmal mussten die Roten aus ihrer Abwehr heraus kommen. Frank, Ludwig und vorallem Amir mühten sich redlich, verrichteten sehr Laufarbeit, aber sie blieben letztendlich erfolglos.

Ganz anders die Grünen, die zu einer Chance nach der anderen kamen. Diesmal wurde Plaka rechts freigespielt und dank seiner sehr guten Technik konnte Plaka den Ball an den Innenpfosten des langen Pfostens schießen, wovon der Ball dann ins Tor neben dem kurzen Pfosten flog. Es stand bald 2 : 1 für die Grünen.

Das Spiel blieb einseitig denn so sehr sich die Roten auch mühten, die Grünen spielten ihre  Überzahl einfach clever aus. Stabil von hinten bauten die Grünen ihre Angriffe auf, die Roten konnten das Aufbauspiel selten stören und so rollte ein Angriff nach dem anderen auf Wolfgangs Tor zu.

Und wenn die Roten mal den Ball hatten und nach vorne stürmten, blieb Giuseppe meistens alleine vorne stehen. So stand Giuseppe bei roten Angriffen meistens weit im Abseits. So auch, als Tom hinten einen roten Angriff stoppen konnte und den Ball weit in die verlassene rote Hälfte spielte, wo Giuseppe einsam und alleine stand. Giuseppe nahm den Ball an und leitete ihn an Markus weiter, der alleine auf Wolfgang zustürmte, ihn elegant umspielte und den Ball ins leere Tor schob.

Aber sofort erhob Martin energischen Protest gegen diese Art zu spielen. Überzahl und dann noch weit vorne einen Mann stehen lassen, das gehe so noch. Auch Peter stimmte in diesem Protest mit ein und die Grünen sahen dann auch ein, dass es so nicht gehe. Das Tor wurde wegen klarem Abseits nicht gegeben und Giuseppe musste so, ganz entgegen seinen „Lauf“-Gewohnheiten bei roten Angriffen mit nach hinten kommen. Wir hatten damit die partielle Abseitsregel eingeführt !!!

Aber am Spiel änderte dies wenig, ganz im Gegenteil, denn mit diesem annullierten Tor hatte Markus seinen Geschmack am Tore schießen entdeckt. Inzwischen war auch Tom immer mehr vorne zu finden, da er hinten einfach kaum etwas zu tun bekam. Tom blockte vorne Martin ab, als Markus in der Strafraummitte an angespielt wurde. So hatte Markus freie Bahn und gegen seinen platzierten Schuss hatte Wolfgang keine Chance, es stand 3 : 1.

Weiter rollte ein grüner Angriff nach dem anderen auf Wolfgangs Tor zu, die Roten kam nur selten effektiv aus ihrer Hälfte heraus. Und wenn ja, dann nur Dank vermehrter Laufarbeit. Bei einem der vielen grünen Angriffe wurde wieder Markus freigespielt und wieder hatte Wolfgang keine Chance, es stand 4 : 1.

Die viele Laufarbeit zehrte an der Kondition von Frank und Ludwig und so stockte das rote Angriffsspiel merklich. Um etwas Schwung rein zubringen ging nun Martin ab und zu mit nach vorne. Und er belohnte sich für diese Vorstöße. Ludwig sah Martin vorne, aber nicht im Abseits, frei und steckte den Ball gekonnt durch. Martin nahm den Ball auf, drehte sich und schoss. Zum Glück traf Martin den Ball nur mit der Sohle, sodass der Ball eine etwas andere Richtung bekam als geplant und so trudelte der Ball an Pellegrino vorbei zum 2 : 4 ins Tor.

Aber lange währte die rote Freude nicht, denn kurz danach erzielte Markus das 5 . 2, als er den Ball von rechts kommend ins lange Eck donnerte. Markus hatte so einen Hattrick erzielt und wenn man das Abseits-Tor noch dazu zählt, sogar einen 4-er Pack.

In der anschließenden Pause war klar, so konnte es nicht weiter gehen. Ludwig meinte, zum Glück war bei den Grünen Pellegrino im Tor, sonst wäre das Desaster noch größer ausgefallen. Plaka wurde dann auserkoren, zu den Roten zu wechseln.

Just in diesem Augenblick kam auch noch Andreas ein, ein weiterer Italiener, der von Giuseppe herzlich begrüßt wurde. Andreas hatte laut verschieden Aussagen wohl schon früher ab und zu bei uns mitgespielt, aber da war der Chronist nie anwesend gewesen.

Andreas ging nun nach kurzer Diskussion zu den Grünen, da Peter meinte, sein technisches Niveau auf dem von Martin angesiedelt wurde, also eher grobmotorisch. Nun, nach dem Spiel sagte sich Martin, er wäre sehr froh wenn er auf dem Niveau von Andreas spielen könne.

Zudem wechselten beide Mannschaften ihre Torwarte aus. Bei den Roten ging nun Martin ins Tor und bei den Grünen Giuseppe. So ging es in das 2. Spiel. Durch diesen Torwartwechsel kam also Pellegrino aufs Feld und das sollte bald Folgen haben.

Denn schon beim ersten ernsthaften grünen Angriff wurde Pellegrino steil geschickt. Pellegrino nahm den Ball mit, rannte auf und davon und schob Martin den Ball zwischen den Füßen hindurch zur frühen 1 : 0 Führung der Grünen ins Netz.

Das Ganze sah wieder stark nach Abseits aus, da Pellegrino ganz alleine auf Martin zulief, aber Peter erstickte aufkommende Abseits Diskussionen im Keim als er sagte, dass Pellegrino aus der eigenen Hälfte heraus gestartet war. Das 1 : 0 hatte also Bestand.

Die Roten hielten dagegen und starteten nun ihrerseits gefährliche Angriffe. Peter bekam links den Ball zugespielt, lief noch ein paar Meter und als er nicht angegriffen wurde, schaute Peter kurz auf und erzielte dann eines seiner typischen Tor, als er den Ball unhaltbar für Giuseppe neben den langen Pfosten ins Netz haute. Es stand früh 1 : 1.

Aber die Grünen ließen sich dadurch nicht schocken und setzten ihre Angriffe weiter fort. Trotz nun ausgeglichener Mannschaftsstärke waren die Grünen einfach besser. Sie ließen weiterhin den Ball gekonnt durch ihre Reihen laufen und leisteten sich deutlich weniger Fehler als die Roten.

So leistete sich Wolfgang vorne einen Fehlpass, Dieter (??) schnappte sich den Ball und schickte Pellegrino steil. Pellegrino nahm Tempo auf und schoss scharf aus halblinker Position. Frank sprang dazwischen und lenkte den Ball an Martin vorbei zum 2 : 1 ins Netz. Aber auch so wäre der Schuss wohl neben dem langen Pfosten eingeschlagen, zudem lauerte dort auch Andreas und hätte den Ball dann wohl ins Netz gedrückt.

Den Roten gelang wenig in dieser Phase. Spätestens der letzte Pass vorne ging meistens schief, sodass die Roten viele mögliche Chancen leichtfertig verspielten. Da waren die Grünen einfach effizienter vorne. Amir konnte rechts einen Grünen nicht stoppen, der Ball kam zu Markus und der ließ Martin keine Chance, es stand 3 : 1.

Frank hatte dann die RIESEN Chance zum Anschlusstreffer. Ludwig war links durchgegangen und legte quer zu Frank in der Mitte. Frank war frei, donnerte den Ball allerdings mit voller Wucht weit über das Tor anstatt den Ball überlegt ins Eck zu schieben.

Tom war es dann hinten mal wieder zu langweilig geworden und so ging er mit nach vorne. Prompt wurde Tom vorne steil geschickt. Tom lief alleine auf Martin zu, Martin kam aus seinem Tor heraus, erwischte aber den Ball nicht. So konnte Tom an Martin vorbei ziehen und den Ball ins leere Tor zum 4 : 1 schieben.

Frust kam bei den Roten auf, der kurze Zeit später noch verstärkt wurde. Wieder bekamen die Roten einen grünen Angriff nicht in den Griff. Diesmal wurde Eugen links frei angespielt. Wolfgang griff nicht richtig an und wurde leicht von Eugen ausgespielt. So konnte Eugen alleine auf Martin zulaufen und den Ball zum 5 : 1 Sieg der Grünen versenken.

So ging es in die Pause. Laut Ludwig hatten die Roten in diesem Spiel genauso viele Chancen wie die Grünen, aber die Grünen nutzten sie einfach deutlich besser. Aber diese Meinung teilte nicht jeder der Roten. So ging es dann nach einer kurzen Pause ins 3. Spiel.

Am Spiel änderte die Pause wenig, die Grünen waren klar besser und bei den Roten lief nicht viel zusammen. Der Frust war deutlich zu spüren bei den Roten, besonders Amir war sehr unzufrieden mit dem roten Spiel. Und der Frust nahm deutlich zu während des Spiels, denn das Spiel bot viele Möglichkeiten, den roten Frust zu steigern.

Den Anfang machte Martin im roten Tor. Tom schlug von halbrechts eine hohe Flanke aufs Tor. Martin hob die Hände hoch, um den Ball zu fangen, aber der Ball rutsche ihm aus den Händen. So prallte der Ball auf die Brust des vor Martin stehenden Giuseppes und von dort ins Tor zur 1 : 0 Führung der Grünen.

Diese Szene war symptomatisch für das rote Spiel, denn in diesem Stil ging es meistens weiter. Plaka war inzwischen in die Abwehr zurückgekommen, um hinten die gröbsten Löcher zu stopfen. Und vorne leisteten sich die Roten immer mehr Fehlpässe, sodass kaum vernünftige Angriffe zustande kamen.

Ganz anders die Grünen, bei denen die Angriffe weiter wie am Schnürchen liefen. Dem 1 : 0 folgte bald das 2 : 0 und das Spiel der Roten löste sich immer weiter auf. Die Grünen nahmen die Roten nun regelrecht auseinander und spielten nach Belieben auf.

Pellegrino dribbelte sich rechts leicht durch und passte quer auf den zweiten Pfosten, wo Tom mitgelaufen war und den Ball neben dem Pfosten zum 3 : 0 versenkte. Da hatte Martin endgültig die Schnauze voll vom Abwehrverhalten seiner Roten und beorderte Wolfgang statt seiner ins Tor.

Aber am Spiel änderte dies wenig, denn auch Martin produzierte fleißig Fehlpässe. So hatten die Grünen weiterhin leichtes Spiel. Dies nutzte Pellegrino mit einem platzierten Schuss zum 4 : 0.

Kurz danach probierte sich Andreas als Kunstschütze, indem er zu einem Seitfallzieher ansetzte. Aber der misslang ihm etwas denn er traf den Ball nicht und Martin konnte die Situation klären.

Kurz danach aber probierte Andreas wieder so einen Schuss, wenn auch weniger spektakulär. Dafür aber deutlich effektiver, denn diesmal traf Andreas den Ball richtig. Der Ball flog an den Innenpfosten des langen Pfostens und von da ins Netz zum hochverdienten 5 : 0 Sieg der Grünen. Ja, ganz so grobmotorisch wie Martin spielt Andreas doch nicht.

So beendeten wir unsere Kicks heute und gingen nach kurzem Frustabbau vergnügt in den 1. Mai.

 

 

Hier die Bildergalerie dazu

 


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