Das Tor, das unmöglich fallen konnte

24.08.2019 13:45 von Chronicle Redakteur Martin

24. August

 

Der  VEB-Chronicle  meldet:

 

Das Tor, das unmöglich fallen konnte

Amir schoss heute ein Tor, von dem viele, insbesondere Dieter, einfach nicht glauben konnten, dass es wirklich ein Tor war. Der Ball lag zwar nachher im Tor, darüber gab es keine Diskussion, aber ob er auf korrekte Weise dorthin gekommen war, darüber entspann sich die Diskussion. Dieter schwor Stein und Bein, dass der Ball durch ein Loch im Netz rein gekommen war, Amir schwor Stein und Bein, dass der Ball korrekt ins Tor kam. Aber auch Arne gelang heute ein Tor, das eigentlich nie hätte fallen dürfen. Zudem war die Überzahl heute ein Fluch für die Blauen.

Bei herrlichem Wetter mitten in den Sommerferien trafen sich heute 15 VEB’ler zu ihrem Kick. Nachdem üblichen Aufwärmen verteilte Achim die Leibchen und so ging es dann mit 8 Blauen gegen 7 Gelbe los.

Die Gelben mit Dieter im Tor, Arne, Eugen und Jörg in der Abwehr, Achim und Ludwig im Mittelfeld und vorne mit Pellegrino hatten Anstoß. Von diesem Moment an liefen die Blauen mit Gernot im Tor, Martin, Tom und Robert in der Abwehr, Amir, Bllaca und Lucky im Mittelfeld und vorne mit Klaus dem Ball hinterher.

Gleich der erste gelbe Angriff war sehr gefährlich, aber da hatten die Blauen noch Glück, dass dabei kein Tor gefallen war. Aber schon der zweite gelbe Angriff brachte das 1 : 0 für die Gelben. Die Gelben hatten sich links leichtfüßig durchgespielt, ein exakter Querpass auf den zweiten Pfosten, wo außer Pellegrino niemand sonst war und schon hatte Pellegrino freie Schussbahn. Pellegrino ließ sich diese Chance nicht entgehen und setzte den Ball neben dem langen Pfosten ins Netz. So einfach kann Fußball sein.

Nun erst kamen die Blauen so langsam ins Spiel. Trotz ihrer Überzahl spielten die Blauen eher behäbig und brauchten immer lange, bis sie mal in den gelben Strafraum kamen. Auch die ersten blauen Angriffe waren erfolglos, aber dann wurde Amir rechts angespielt.

Amir nahm den Ball mit, zog nach innen und kurz vor der Torauslinie schoss Amir scharf auf den kurzen Pfosten. Dort stand Dieter und trotzdem fand der Ball die – eigentlich nicht existierende – Lücke zwischen Dieters Fuß und dem Pfosten. So lag der Ball im Netz, aber Dieter meinte, der Ball könne nur durch ein Loch im Netz dorthin gekommen sein, denn sein Fuß stand direkt neben dem Pfosten. Amir aber schwor, dass da eine kleine Lücke zwischen Fuß und Pfosten war und dorthin hatte er den Ball platziert.

Nach einer kurzen Diskussion entschieden wir, der Treffer gilt, es stand 1 : 1. Am Spielverlauf änderte dieses Tor wenig, die Gelben waren trotz ihrer Unterzahl überlegen, denn sie waren beweglicher, spielten viel exakter und überlegter und waren vorallem schneller bei ihren Angriffen.

Martin hätte die Gelben dann beinahe in Führung geschossen. Von rechts segelte eine halbhohe Flanke in den blauen Strafraum und Martin rannte in diese Flanke. Martin erwischte den Ball aus vollem Lauf mit seinem linken Fuß und von dort klatschte der Ball an den Außenpfosten und dann ins Aus. Da hatten die Blauen Glück gehabt, denn hinter Martin lauerte ein weiterer Gelber, der diese Flanke gern verwertet hätte.

Aber lange ließ die erneute gelbe Führung nicht auf sich warten. Arne wurde rechts angespielt, nahm den Ball mit und zum Erstaunen aller haute Arne den Ball mit voller Wucht über Gernot hinweg ins Kreuzeck, es stand verdientermaßen 2 : 1 für die Gelben.

Nach diesem Tor kam die beste Zeit der Blauen. Nun liefen ihre Angriffe flüssiger, die Pässe in die Spitze kamen an und schon wurde es gefährlich vor Dieters Tor. Klaus hatte eine riesen Chance, als er alleine vor Dieter auftauchte, aber Dieter, der Teufelskerl im Tor, ahnte die Ecke, in die Klaus schießen wollte. Blitzschnell fuhr Dieter sein linkes Bein aus und lenkte den Ball zur Ecke.

Dann aber war auch Dieter machtlos. Klaus hatte sich rechts vorne frei gelaufen und wurde mustergültig von Amir (??) bedient. Klaus nahm den Ball elegant an, lief alleine auf Dieter zu, umkurvte ihn und schob den Ball zum 2 : 2 Ausglich ins Netz.

Die Blauen blieben nun leicht überlegen, mussten aber immer höllisch auf der Hut sein vor den gelben Überfallangriffen. Klaus und Amir hätten in der Folgezeit die Blauen deutlich in Führung schießen können, aber immer stand ihnen Dieter, der Teufelskerl im Weg. Zwei, drei Mal standen Klaus und Amir alleine vor Dieter, aber jedes Mal blieb Dieter souverän Sieger in diesem Duell. Amir schaffte es zudem, den Ball unbedrängt in die Wolken zu hauen, anstatt ihn in das beinahe leere Tor zu schieben. Auch Klaus hatte noch Pech, als einer seiner Schüsse nur an den Außenpfosten klatsche.

Die Blauen hatten also genügend Chancen, deutlich in Führung zu gehen, aber sie nutzten ihre Chancen einfach nicht. Das sollte sich bald rächen, denn auch in diesem Punkt waren die Gelben den Blauen überlegen. Allerdings benötigten sie dazu erst einmal noch Martins Hilfe.

Die Blauen hatten in der eigenen Hälfte auf der rechten Seite Einwurf. Bllaca warf den Ball zu Martin, der sofort von Achim attackiert wurde. Martin wollte den Ball in die Mitte zu Tom passen, aber mit seinem schwachen linken Fuß gelang Martin nur ein schwacher Roller. Ein Geschenk für Achim, der sich den Ball schnappte und ihn rüber zu Pellegrino passte. Pellegrino ließ sich die Chance nicht entgehen und versenkte den Ball zur 3 : 2 Führung der Gelben.

Mit diesem Tor erlosch auch das blaue Strohfeuer und die Blauen spielten wieder sehr behäbig. Nur Klaus war vorne, alle anderen Blauen waren beinahe ständig in der eigenen Hälfte. So dauerte es bei blauem Ballbesitz sehr lange, bis die Blauen in die gelbe Hälfte gelangen, denn nur Amir ging dann schnell mit nach vorne, Bllaca und Lucky trabten eher gemütlich mit und so hatten die Gelben immer genügend Zeit, sich zu sortieren.

Da die meisten Blauen in der eigenen Hälfte waren, fand auch kein Pressing vorne statt. Nur Klaus rannte vorne unermüdlich hin und her, um die Gelben attackieren, aber er alleine konnte da wenig ausrichten. Von Überzahl war in dieser Spielweise nichts zu sehen. Ganz anders die Gelben, die trotz Unterzahl die Blauen schon weit vorne attackierten, wobei sich besonders Achim hervor tat.

So war es kein Wunder, dass sich trotz blauer Überzahl das Spiel meistens in der blauen Hälfte abspielte. Und das ging dann nicht gut aus für die Blauen. Denn den Gelben gelangen in der Folgezeit zwei weitere Tore (??? durch Achim und Pellegrino???) zum völlig verdienten 5 : 2 Sieg.

So ging es in die Pause und danach ins 2. Spiel. Die Pause hat den Blauen gut getan, denn sie konnten das Spiel lange einigermaßen ausgeglichen gestalten. Bei ihnen lief der Ball nun auch gekonnt durch ihre Reihen, aber die Durchschlagkraft vorne fehlte weiterhin, da außer Klaus niemand vorne war. Und wenn Klaus vorne angespielt wurde, musste er erst warten, bis der eine oder andere Blaue mehr oder weniger schnell nachrückte.

So kamen die Blauen kaum zu Chancen und wenn, dann stand ihnen wie immer Dieter, der Teufelskerl, im Weg. Auch in dieser Phase vereitelte Dieter mit tollen Reflexen ein Tor. Aber auch die Gelben taten sich schwer in dieser Phase, auch wenn sie die deutlich besseren Chancen hatten, die sie aber alle vergaben.

Bei den Blauen schlichen sich dann immer mehr Fehlpässe im Spiel nach vorne ein, sodass das blaue Angriffsspiel immer mehr erlahmte. Klaus lief sich vorne die Lunge aus dem Leib, aber es nutzte sehr wenig, denn –laut der Statistik von Klaus – kamen nur 1% der Pässe bei ihm an, 99% dagegen nicht. Das alles trug nicht zur Motivation von Klaus bei.

So verlagerte sich das Spiel wieder zusehends in die blaue Hälfte und die Blauen kamen nur noch sporadisch vors gelbe Tor. So konnten sie eine Ecke erzielen, die die Gelben aber leicht abfangen konnten. Der Ball kam zu Ludwig, der sah, dass Pellegrino in den freien Raum gestartet war. Ludwig schickte den Ball exakt über Martin und Robert hinweg in den Lauf von Pellegrino, der den Ball mitnahm, Gernot ausspielte und den Ball zur 1 : 0 Führung der Gelben ins Netz schoss.

Aber dann hatten auch die Blauen mal eine Sternstunde. Amir wurde links im Mittelfeld angespielt und auch er sah, dass Klaus in den freien Raum gestartet war. Auch sein Pass kam punktgenau in den Lauf von Klaus, der den Ball elegant annahm und Dieter diesmal keine Chance ließ, es stand 1 : 1.

Das Tor gab den Blauen etwas Auftrieb, auch wenn sich an der Grundstruktur ihres Spiels nichts änderte. Zudem machten sich erste konditionelle Probleme bei den Blauen bemerkbar und bald hingen mehrere Blauen in den Seilen und japsten nach Luft. Trotzdem gelangen den Blauen noch einige gefährliche Angriffe, aber sie schossen dabei meistens genau auf Dieter, der somit keine Probleme hatte, diese Schüsse abzuwehren.

Außerdem kamen nun vermehrt Emotionen ins Spiel, besonders bei Klaus und bei Eugen. Eugen reklamierte das eine und andere ein Foul gegen sich, was aber nicht immer von den anderen so gesehen wurde. Das rief dann Klaus auf den Plan, der dieses Vorgehen von Eugen nicht gut fand. Als sich die Beiden in einem Zweikampf verhakten und Eugen dabei unabsichtlich Klaus foulte, eskalierte die Situation beinahe.

Denn Eugen meinte, das alles sei ja unabsichtlich geschehen, was bestimmt niemand bestritten hat. Klaus aber meinte, auch unabsichtliche Fouls sind Fouls und so ging das hin und her. Klaus konnte sich nur schwer beruhigen, in ihm kam der Frust über das nicht gerade gute Spiel der Blauen bestimmt nicht frustlindernd dazu.

Aber die Situation beruhigte sich dann wieder und die Gelben übernahmen immer mehr das Kommando. Besonders Pellegrino war nun nicht mehr zu halten und mischte die blaue Abwehr beinahe alleine auf. Pellegrino wurde im Mittelfeld angespielt, umspielte einen Blauen nach dem anderen, wich nach rechts aus um sich dann plötzlich zu drehen und den Ball ins lange Eck zur 2 : 1 Führung der Gelben zu versenken.

Die Gelben wurden nun immer überlegener und die Blauen bauten zusehends ab. Arne hatte rechts freie Bahn, wurde angespielt und lief aufs Tor zu. Achim rannte zum kurzen Pfosten, verfolgt von Robert (oder war es Tom ???). Arne flankte auf den kurzen Pfosten, Achim versuchte an den Ball zu gelangen, was ihm aber durch die Bewachung von Robert nicht gelang. So flog der Ball ungehindert weiter und am verdutzten Gernot, der damit nicht gerechnet hatte, vorbei zur 3 : 1 Führung der Blauen. Ein Tor, das so eigentlich nicht hätte fallen dürfen.

In der Folgezeit fasste sich dann Robert ein Herz und ging nach vorne, die bis dahin eher ungenügenden blauen Angriffsbemühungen zu unterstützen. Prompt wurde Robert links angespielt, nahm kurz Maß und haute den Ball dann gegen die Laufrichtung von Dieter ins rechte untere Eck zum 2 : 3 Anschlusstreffer.

Die Gelben beeindruckte dies wenig, sie verlagerten sich nun auf Konter und bauten auf den pfeilschnellen Pellegrino, der Tom, Robert und Martin ohne Probleme leichtfüßig stehen ließ. Gernot verdankten es die Blauen, dass sie nicht schon bald höher zurück lagen, denn Gernot lief das eine und andere Mal geschickt aus seinem Tor heraus, um den alleine auf ihn zu stürmenden Pellegrino abzufangen.

Aber dann war auch Gernot machtlos, als Pellegrino mal wieder steil geschickt wurde. Wieder lief er alleine auf Gernot zu und diesmal schaffte es Pellegrino, den Ball an Gernot vorbei zum 4 : 2 ins Netz zu schieben.

Die Blauen bäumten sich noch einmal auf und wieder war es Robert, der steil geschickt wurde. Wie bei seinem vorherigen Tor visierte Robert wieder das rechte untere Eck an und wieder traf Robert genau. Diesmal sogar so genau, dass der Ball anschließend hinten aus dem Netz wieder heraus sprang, sodass es so ausgesehen hat, als ob Robert vorbei geschossen hätte. Hat er aber nicht, es stand nur noch 3 : 4.

Bevor aber Robert von einem nun möglichen Hattrick, eventuell sogar von einem Hattrick drei Mal ins gleiche Eck, träumen konnte, machten die Gelben den Sack zu. Pellegrino schnappte sich im Mittelfeld den Ball, trieb ihn nach vorne und sah die entscheidende Lücke. Vor dem Strafraum holte Pellegrino aus und haute den Ball exakt in diese Lücke neben dem linken Pfosten und schon stand es 5 : 3 für die Gelben.

Die Gelben haben somit trotz Unterzahl beide Spiele völlig verdient gewonnen und konnten so zufrieden nach Hause gehen. Aber auch die Blauen erholten sich einigermaßen von diesen Niederlagen und konnten bis auf Klaus, der immer noch mit seinem Frust kämpfte, mehr oder weniger glücklich nach Hause gehen.

 

 

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