In Dachau fließt der Strom etwas langsamer

08.09.2018 13:00 von Chronicle Redakteur Martin

8. September

 

Der  VEB-Chronicle  meldet:

 

In Dachau fließt der Strom etwas langsamer

Ali kam heute mit einem ziemlich großspurigen Versprechen auf seinem Trikot an: Er rennt schneller als der Strom fließt. Nun ja, wir durften heute lernen, dass der Strom, zu mindestens in Dachau, wohl doch etwas langsamer fließt als sonst. Denn es gab einige gute Ideen für Ali, die aber den armen Ali und besonders seine Schnelligkeit, doch überfordert haben: gute Ideen halt. Aber auch jenseits dieser guten Ideen prägten einige von Alis Aktionen heute die Spiele.

Bei herrlichem Frühherbstwetter trafen sich zum Ende der Sommerferien 16 VEB’ler zu ihrem Kick. Allerdings musste der arme Klaus sehr bald einsehen, dass seine Zerrung doch nicht ausgeheilt ist und unverrichteter Dinge und schweren Herzens wieder nach Hause gehen. Die übrigen VEB’ler machten sich warm, ehe Achim die Leibchen verteilte. So ging es dann mit 8 Blauen gegen 7 Grüne los.

Die Blauen mit Gernot im Tor, Claus, Jörg und Mäthes in der Abwehr, Ali und Robert im Mittelfeld und vorne mit Achim und Jonas begannen sehr energisch. Die Grünen mit Wolfgang im Tor, Eugen, Lucky und Martin in der Abwehr, Ludwig im Mittelfeld und Pellegrino eher vorne wurden sofort hinten rein gedrängt.

Die Blauen nutzten ihre Überzahl gekonnt aus und  ließen den Ball geschickt durch ihre Reihen laufen, beherrschten Ball und Gegner, sodass die Grünen kaum an den Ball kamen. So spielte sich das Geschehen hauptsächlich in der grünen Hälfte ab und setzte die grüne Abwehr bald mächtig unter Druck. Und diesem Druck war sei nicht lange gewachsen. Achim konnte sich links freilaufen, wurde angespielt, zog die grüne Abwehr auf sich und konnte trotzdem exakt quer durch den grünen Strafraum auf den zweiten Pfosten flanken. Dort war Robert mitgelaufen und hatte keine Mühe, den Ball völlig unbedrängt zur frühen 1 : 0 Führung der Blauen ins Netz zu schießen.

Die Grünen versuchten das Beste aus ihrer Situation zu machen, aber viel war am Anfang nicht möglich, zu dicht standen die Blauen und ließen kaum etwas zu. Pellegrino war vorne ganz auf sich alleine gestellt, denn alle anderen Grünen waren mit Abwehraufgaben beschäftigt.

Nur so ganz langsam kamen die Grünen nach vorne, da zu mindestens Ludwig, Eugen und Clemens Pellegrino vorne unterstützten. Und dieses Vorgehen trug früh Früchte. Ludwig wurde im Mittelfeld angespielt, sah links die Lücke im blauen Abwehrverbund und schickte den Ball geschickt in diese Lücke. Clemens lief in die Lücke hinein, schnappte sich den Ball und lief alleine auf Gernot zu. Ein harter, platzierte Schuss mit links und der Ball war im Netz, es stand 1 : 1.

Dieses Tor machte den Grünen Mut, weiter so zu spielen. Aber sie mussten stets höllisch aufpassen, denn die Blauen griffen ihrerseits schnell und meist in Überzahl an. So war viel Laufarbeit bei den Grünen angesagt, schnell nach vorne und noch schneller wieder zurück. Nur Pellegrino blieb meistens weiter vorne und so hatten die Grünen wenigstens vorne immer eine Anspielstation.

Und die Grünen nutzten diese Anspielstation, denn Pellegrino mit seiner technischen Gewandtheit war von den Blauen kaum unter Kontrolle zu bringen. Wieder wurde Pellegrino vorne angespielt, er stoppte den Ball und dribbelte quer zum Tor. So zog er die blaue Abwehr mit, umspielte einen Blauen nach dem anderen um sich dann plötzlich zu drehen und aus der Drehung heraus den Ball ins lange Eck zu hauen. Unhaltbar schlug der Ball neben dem Pfosten zur 2 : 1 Führung der Grünen ein.

Aber die Blauen hielten dagegen. Immer wieder kamen sie gefährlich vor das grüne Tor und spielten die grüne Abwehr zum Teil schwindelig. Aber die Blauen nutzten ihre sich so ergebenden Chancen nicht richtig und so sprang nur der Ausgleich zum 2 : 2 aus dieser Angriffsphase heraus, obwohl da deutlich mehr drin gewesen wäre.

Die Grünen wurden so immer wieder hinten rein gedrängt und mussten ihre Angriffe mühsam von hinten erst aufbauen. Aber das gelang sehr gut, denn Ludwig verteilte im Mittelfeld geschickt die Bälle, die dann Clemens und Eugen aufnahmen. so kam es auch vor Gernots Tor zu turbulenten Szenen. In so einer Szene brachten die Blauen den Ball nicht richtig weg, Clemens kam im Strafraum frei zum Schuss und schon hieß es 3 : 2 für die Grünen.

So ganz langsam bekamen die Grünen mit ihrer Spielweise das Spiel in Griff. Hinten kompakt mit beinahe allen Mann stehen und bei Ballbesitz schwärmten immer zwei bis drei Mann aus um Pellegrino vorne zu unterstützen. So drängten sie die Blauen trotz ihrer Überzahl immer wieder hinten rein und die Blauen setzten nun auf Konter.

Dabei wurde besonders gerne Ali mit einbezogen, da er ja schneller als der Strom rennt. Nur hatten die Blauen nicht bedacht, dass wohl in Dachau der Strom deutlich langsamer fließt, denn die guten Ideen der Blauen erwiesen sich als unbrauchbar. Immer wieder wurde Ali sehr steil geschickt, aber so sehr Ali auch rannte, diese langen Bälle waren wirklich nicht erreichbar. Auch die lautstarke Unterstützung aller auf dem Platz half nicht, all diese Bälle landeten weit im Aus.

Diese Probleme hatten die Grünen nicht, denn sie setzten nicht auf Konter, sondern auf kontinuierlichen Spielaufbau. So kam der Ball öfters nach vorne und schon wurde es gefährlich. Nach einer schnellen Kombination wurde Pellegrino vorne angespielt und gegen seinen platzierten Schuss hatte Gernot keine Chance, denn er schlug knapp neben dem Pfosten zur 4 . 2 Führung ein.

Und kurz danach hatte Pellegrino sogar das 5 : 2 auf dem Fuß. Ludwig hatte ihn steil geschickt, Pellegrino kam an den Ball und rannte alleine auf Gernot zu. Achim sah den Ball schon im Netz und stöhnte schon auf, aber Gernot kam aus seinem Tor heraus, stellte sich Pellegrino in den Weg und luchste ihm den Ball vom Fuß, was ihm viel und berechtigten Beifall einbrachte.

So kamen die Blauen noch zu ein paar Angriffe, zu mehr aber nicht. Bei so einem Angriff kam Martin vor Jonas an den Ball und haute den Ball weit nach vorne in den Lauf von Pellegrino. Pellegrino hatte wieder freie Bahn, rannte auf Gernot zu und diesmal schob Pellegrino den Ball am heraus laufenden Gernot vorbei zum überraschenden 5 : 2 Sieg der Grünen.

So gingen wir in die verdiente Pause um dann danach das zweite Spiel zu beginnen. Und es begann so wie das erste endete, mit einer leichten Überlegenheit der Grünen. Den Grünen gelang es immer mehr, sich in der blauen Hälfte festzusetzen. Pellegrino kam vorne an den Ball, zwei, drei schnelle Schritte und dann haute Pellegrino den Ball ins linke Eck an den hinteren Pfosten, von wo der Ball dann zurück sprang. Es stand früh 1 : 0 für die Grünen.

Wolfgang im grünen Tor hatte den Ball am Außenpfosten gesehen und war so hocherfreut, als Martin seinen Irrtum aufklärte und ihm von der 1 : 0 Führung berichtete. Aber die Blauen schlugen zurück. Hinten rein gedrängt verlegten sie sich weiter auf Konter und diesmal setzten sie Jonas dafür ein.

Jonas wurde rechts steil geschickt, überlief einen Grünen und zog dann aus halbrechter Position plötzlich ab. Wolfgang im Tor hatte das kurze Eck zugemacht und so war viel Platz im langen Eck und dahin haute Jonas den Ball, es stand 1 : 1.

Aber die Grünen ließen sich davon nicht sehr beeindrucken und zogen weiter ihr Spiel auf. Das machten sie so gut, dass zeitweise trotz Überzahl alle Blauen mit Abwehrarbeiten beschäftigt waren und vorne keine Anspielstation mehr war.  So gab es einige turbulente Situationen im blauen Strafraum.

Eugen wurde rechts angespielt und lief mit dem Ball quer in den Strafraum. Jörg stellte sich ihm in den Weg, Eugen schob den Ball an Jörg vorbei, aber Jörg ließ Eugen nicht vorbei und brachte ihn zu Fall. Klarer Fall von Elfmeter. Ludwig als spätes Geburtstagskind dufte ihn ausführen, legte sich den Ball zurecht und haute ihn halbhoch neben Gernot zur 2 : 1 Führung der Grünen ins Netz.

Dies war leider die letzte gute Aktion von Ludwig heute, denn kurz danach versuchte Ludwig aus dem Spiel heraus ein Tor zu erzielen. Schon beim Ausholen merkte Ludwig, dass da was zwickte im Oberschenkel und so missriet der Schuss und ging weit daneben. Das wäre noch verkraftbar gewesen, aber danach konnte Ludwig nur noch humpeln.

So versuchte er sich im grünen Tor, Wolfgang ging raus und nach vorne, aber schon nach dem nächsten blauen Angriff war Ludwig klar, es hatte keinen Sinn, er konnte kaum einen Schritt machen. Also humpelte Ludwig schweren Herzen zurück zu den Bänken und nach kurzer Diskussion kam dann Claus zu den Grünen, bei denen dann Martin ins Tor ging.

Und Martin wurde gleich richtig eingeheizt, denn Achim wurde steil geschickt. Achim überrannte die zu weit aufgerückte grüne Abwehr und rannte von halbrechts kommend auf Martin zu. Martin kam aus seinem Tor heraus und im richtigen Augenblick schoss Achim den Ball neben Martin zum 2 : 2 ins Tor.

Das Spiel wogte nun hin und her, wobei die Grünen weiterhin leichte Vorteile hatten. Und dann hat Ali mit zwei Fehlpässen die nächste Phase dominiert. Erst flankte Ali den Ball genau in die Füße von Eugen (?? oder war es Lucky ??). Auf jeden Fall wurde Clemens steil geschickt, die blaue Abwehr war unsortiert und so hatte Clemens keine Mühe, den Ball neben dem Pfosten zur 3 : 2 Führung ins Netz zu setzen.

Es folgten einige große Chancen auf beiden Seiten. Erst rutschte Jonas in bester Position kurz vor dem Pfosten am Ball vorbei und dann donnerte auf der Gegenseite ein grüner Schuss an die Querlatte. Die größte Chance hatten die Grünen dann, als Achim gerade noch auf der Linie einen grünen Schuss mit dem Kopf wieder ins Feld zurück köpfen konnte.

Und dann schlug wieder Ali zu. Wieder produzierte Ali einen Fehlpass im Spielaufbau, diesmal kam Pellegrino an den Ball und ging links durch. Knapp vor der Torauslinie flankte Pellegrino auf den zweiten Pfosten, wo Claus mitgelaufen war. Claus hatte dann keine Probleme, den Ball wuchtig unter die Latte zur 4 : 2 Führung zu hauen.

Die Blauen aber blieben dran und waren ihrerseits weiter gefährlich. Sie setzten nun die Grünen unter Druck und hatten ihre ersten Chancen. Robert war rechts durchgebrochen, lief auf Martin zu und donnerte den Ball an den kurzen Innenpfosten, von wo aus der Ball ins Aus sprang. Lucky blockte einen Schuss von Jonas ab und verhinderte so den Anschlusstreffer.

Aber der permanente blaue Druck zeigte doch Wirkung. Aus dem Mittelfeld wurde der Ball steil nach vorne gespielt. Erst verpasste Lucky den Ball und so flog er weiter zum dahinter postierten Wolfgang. Der war sichtlich überrascht und ließ den Ball trotz verzweifelter Versuche passieren und so landete der Ball bei Achim. Der ließ sich die Chance nicht entgehen und es stand nur noch 3 : 4.

Mehr aber war für die Blauen auch in diesem Spiel nicht drin, denn kurz danach kam Pellegrino vorne an den Ball und der machte mit seinem Tor zum 5 : 3 Sieg der Grünen alles klar. Einige wollten schon zur Pause zurück zu den Bänken, als der Ruf „Halt, wir spielen direkt weiter“ kam.

Es war erst 9:17 und Claus meinte, es seinen noch 3 Minuten zu spielen. Etwas verdutzt korrigierte er sich auf 8 Minuten um dann einzusehen, dass bei einem vorherigen Kopfball sein Rechenzentrum wohl lahm gelegt worden sei. So kamen wir überein, dass noch 13 Minuten zu spielen waren und wir einigten uns auf ein kurzes Spiel auf drei Tore.

So gingen wir direkt ins dritte Spiel und das dominierten erst einmal die Blauen. Gleich bei einem ihrer ersten Angriffe stützten sie die Grünen in höchste Nöte. Über rechts kommend hauten sie den Ball aufs Tor. Martin wehrte ab, aber der Ball kam zu Jonas, der den Ball wieder nach rechts flankte. Auch der zweite Schussversuch der Blauen wurde abgewehrt, die grüne Abwehr wurde immer konfuser und der Ball landete wieder bei den Blauen. Auch deren dritter Schuss wurde abgewehrt, die grüne Abwehr war inzwischen ein wilder Hühnerhaufen und als der Ball zum vierten Mal bei den Blauen landete, behielt Achim den Überblick und flankte hinaus auf den zweiten Pfosten, wo inzwischen Jonas hingelaufen war. Völlig unbedrängt konnte Jonas den Ball zur 1 : 0 Führung einschieben.

Nun kamen auch die Grünen wieder besser ins Spiel und für den 1 : 1 Ausgleich brauchten sie im Gegensatz zu den Blauen vorher nur zwei Versuche. Den ersten grünen Schuss konnten die Blauen noch abblocken, aber der Ball landete vor den Füßen von Clemens, der ihn umgehend zum 1 : 1 Ausgleich ins Netz haute.

Als dann kurz danach Eugen aus der Mitte heraus sogar die 2 : 1 Führung gelang wollten die ersten schon aushören. Aber es waren noch wenige Minuten zu spielen, außerdem wollten wir ja ein Spiel auf drei Tore. Also ging das Spiel weiter und so kamen die Blauen nochmal zu einer Ecke.

Der Ball wurde etwas zurück auf den anstürmenden Mäthes gespielt, der völlig ungedeckt zum Schuss kam. Martin blieb mit seinem linken Stollen im Rasen hängen und konnte so den Einschlag knapp neben seinem linken Fuß nicht verhindern, es stand 2 : 2.

Nach dem nächsten abgewehrten blauen Angriff war dann aber endgültig Schluss und wir durften zu den Bänken zurück, um uns auszuruhen, zu trinken und uns auf Ludwigs Feier vorzubereiten

Hallo VEB Kicker,

Werde morgen meinen Umtrunk mit Brotzeit (Obazdn) nachholen.

Bitte etwas Zeit mitbringen.

Bis morgen

Ludwig

 

So begaben wir uns zum Brunnen vor dem Pavillon wo Ludwig schon einen Tisch mit vielen Brezn, Tomaten, Würsten, Trauben, Äpfeln und dem versprochenen Obazdn sowie Sekt und O-Saft aufgebaut hatte.

Nachdem durch Eugen angestimmten Geburtstagsständchen (wobei wir die tolle Akustik im Pavillon vermissten) war das Buffet eröffnet und wir ließen es uns schmecken. Auch Klaus war gekommen, das ließ seine Zerrung problemlos zu und so genossen wir die Feier bei herrlichem Herbstwetter.

VIELEN Dank Ludwig

 

 

Hier die Bildergalerie dazu

 


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