Irreguläre Bedingungen sind uns gerade recht

18.02.2012 16:00 von Chronicle Redakteur Martin

18. Februar

 

Der  VEB-Chronicle  meldet:

 

Irreguläre Bedingungen sind uns gerade recht 

Mindestens 20 Grad Unterschied waren es zum letzten Samstag. Hatte es da noch ca. Minus 20 Grad, waren wir heute leicht im Plus-Bereich. Es hatte in den letzten Tagen heftig geschneit und entsprechend sah der Platz auch aus, als wir heute morgen erschienen: knöcheltief mit wässrigem Pappschnee bedeckt, zerfurcht von unserem Spiel am letzten Samstag, holperig, uneben und unendlich schwer zu bespielen. Klopp hat sich noch über den Platz in Kiel beschwert, er hätte unseren Platz heute erst einmal sehen sollen: solche irregulären Bedingungen hat Klopp bestimmt schon sehr lange nicht mehr erlebt. Uns allerdings halten solche Bedingungen nicht vom Spielen ab, ganz im Gegenteil, da geben wir unser Bestes.

Trotz Beginn der Faschingsferien kamen 12 VEB’ler nach und nach auf den Platz und Franz-Josef hat noch seinen Sohn Manuel mitgebracht, sodass insgesamt 13 Mann auf dem Platz standen. Schon das Warmschiessen gab uns einen sehr plastischen und bedrückenden Eindruck von dem, was uns nachher im Spiel erwarten würde: der Ball blieb häufig im nassen, holperigen Schnee stecken, er änderte unversehen seine Laufbahn und machte auch sonst gerne was er wollte. Zudem war es sehr kraftraubend, sich auf diesem Untergrund zu bewegen und einigermaßen die Körperkontrolle zu behalten. Flo verteilte die Leibchen, diesmal wieder auf die konventionelle Art des Austeilens und so ging es mit 7 Grüne gegen 6 Orangene los.

Durch das Warmschiessen hatten wir schon erste Eindrücke über den Untergrund bekommen, aber gewöhnt hatten wir uns deshalb noch lange nicht daran. In der Anfangsphase versprangen uns die meisten Bälle, von Kontrolle konnte kaum die Rede sein zumal wir noch lange nicht das Gefühl für die richtige Power entwickelt hatten, die notwendig war, den Ball dahin zu bewegen, wo er hin sollte.

Davon konnte Nico gleich zu Beginn ein trauriges Lied singen. Er hatte auf der rechten Seite den Ball schön angenommen, war in die Mitte gerannt, hatte Franz-Josef im orangenen Tor sogar ausgespielt und stand nun vor dem leeren Tor. Er holte mit links aus und schoss, der Ball rollte auch in Richtung Tor, wurde aber durch den Schnee so abgebremst, dass er auf der Linie liegen blieb und Dieter keine Mühe hatte, ihn von dort ins Spielfeld zurück zuschießen.

Das war aber nur ein Vorgeschmack auf die noch kommenden Eigenwilligkeiten des Bodens und des Balles.

Dass man auf diesem Boden auch wunderbar Fußball spielen kann, bewies uns wenig später Kaiss. Er hatte sich links freigelaufen, schaute kurz auf und schickte dann eine wunderbare Flanke auf die Reise, die über die gesamte orangene Abwehr hinweg auf den langen Pfosten flog, wo Nico stand, der im rechten Moment hochsprang und den Ball mit dem Kopf neben den Pfosten ins Netz setzte zur 1 : 0 Führung der Grünen.

Die Grünen bestimmten mit Wolfgang im Tor, Eugen, Jürgen und Martin in der Abwehr, Kaiss im Mittelfeld sowie Giuseppe und Nico im Sturm bestimmten weiter das Spiel mit breit angelegten Spielzügen, die die Orangenen in ihrer eigene Hälfte festnagelten. Die Orangenen spielten mit Franz-Josef im Tor, Dieter und Carmelo in der Abwehr, Achim und Flo im Mittelfeld sowie Manuel im Sturm. Da sie ja einen Mann weniger waren, mussten sie wesentlich mehr rennen und ihre Positionen viel variabler gestalten.

Trotzdem konnten sie das 2 : 0 durch Nico nicht verhindern. In dieser Phase gelang Kaiss ein Novum in unserer VEB-Historie: der doppelte Lattenknaller. Kaiss drosch aus Mittelstürmerposition den Ball hoch aufs Tor, der Ball klatschte an die Latte und flog von dort auf Franz-Josefs Hinterkopf. Der Ball war so scharf geschossen, dass der danach wieder an die Latte knallte und von dort erst vor Franz-Josefs Füße, sodass dieser sich seiner endlich bemächtigen konnte. Kaiss raufte sich seine wenigen und sehr kurzen Haare, aber er sollte heute noch viele Gelegenheiten zum Jubeln bekommen.

Dann aber fanden sich die Orangenen besser mit den Verhältnissen zurecht, Achim und Flo packten ihre Kämpferseele aus und so setzten sie nun zu erfolgsversprechenden Angriffen an. Achim dribbelte durchs Mittelfeld, Martin griff ihn nicht rechtzeitig an sondern ging hinaus zu Mario, Achim nutzte die Lücke, lief durch und überwand Wolfgang zum 1 : 2. Eugen war sauer ob Martins Abwehrverhalten, aber das wurde dadurch auch nicht besser.

Die Grünen blieben weiterhin überlegen und Kaiss hatte dann endlich Grund zum Jubeln, als ihm das verdiente 3 : 1 gelang. Dank seiner überragenden Schusstechnik versenkte Kaiss einen Hammer mit links ins Netz. Kurz danach zerrte sich Flo ohne gegnerische Einwirkung am Unterschenkel und verließ vorsichtshalber das Feld.

Gute Besserung Flo !!!

Giuseppe zog sich nun ein orangenes Leibchen an, sodass nun beide Mannschaften pari waren. Am Spielverlauf änderte dies erst einmal wenig. Kaiss gelang das 4 : 1 mit einem fulminanten Schuss ehe Mario das 2 : 4 schoss. Kaiss schloss das Spiel dann mit seinem Hattrick zum 5 : 2 für die Grünen ab.

Die Orangenen hatten das erste Spiel zur Aufwärmung und Gewöhnung an die Platzverhältnisse genutzt, denn nun drehten sie plötzlich mächtig auf. Wie aufgezogen wirbelten sie über den Platz, Achim, Carmelo, Manuel und Flo wirbelten die Grünen durcheinander und spielten dabei ihre Schnelligkeit und Kondition aus. Dem hatten die Grünen erst einmal wenig entgegen zusetzen, zumal ihnen in dieser Phase plötzlich die Luft ausging: der schwere Boden forderte seinen ersten Tribut.

Tor um Tor zogen die Orangenen davon, dem armen Wolfgang, der im ersten Spiel noch eine ruhige Zeit verlebt hatte, flogen die Bälle nur so um die Ohren. 2 : 0 zogen die Orangenen davon, ehe die Grünen die Chance auf ein Tor hatten. Martin hatte sich in den Sturm begeben und wurde prompt angespielt. Er drehte sich in Richtung Tor, als Franz-Josef ihm so in den Knöchel trat, dass Martin zu Boden ging. Nach kurzer Diskussion gab es Elfmeter, den Wolfgang treten durfte. Der allerdings schoss so schwach, dass Franz-Josef den Ball über die Latte lenken konnte.

Kaum zurück im Tor kassierte Wolfgang noch das 3 : 0 ehe den Grünen der erste Treffer zum 1 : 3 gelang. Die Orangenen beeindruckte dies garnicht und sie ließen bald das 4 : 1 folgen.

Dann aber bliesen die Grünen unvermittelt zur Aufholjagd und das Spiel wurde wieder richtig spannend.

Das 2 : 4 durch Kaiss nahmen die Orangenen noch gelassen hin, dann aber wurde es richtig eng. Kaum war das 3 :4 gefallen, rief Martin über den Platz: und nun das 4 : 4.

Gesagt, getan. Giuseppe blödelte noch am Anstoß herum, indem er den Ball immer zu Kaiss schob anstatt zu einem Mittelspieler. Als Giuseppe dann endlich ein korrekter Anstoß gelang, griffen die Grünen energisch an, eroberten sofort den Ball, spielten ihn in die Spitze und schon stand es 4 : 4.

Martin und seine Grünen waren obenauf und träumten vom Sieg, aber Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Franz-Josef hatten nun genug vom Torwart sein und wechselte ins Feld. Eine weise Entscheidung, denn sie brachte den Orangenen den Sieg. Bei seiner ersten Ballberührung auf der rechten Seite verlor Franz-Josef zwar den Ball an Martin, aber der stocherte den Ball so ungeschickt zurück Richtung Wolfgang, dass der Ball zu Achim rollte, der keine Mühe hatte, den Ball zum 5 : 4 für die Orangenen ins Netz zu setzten.

Nach diesem 2. Spiel waren wir alle ausgepowert und machten erst einmal Trinkpause. Da es erst 9 Uhr war, kam es natürlich zum 3. Spiel. Kaiss, der sehr fiel gerackert und gearbeitet hatte, ging nun statt Wolfgang ins grüne Tor, was für Beide ein Gewinn war.

Denn Kaiss hielt hervorragend im grünen Tor. Das war auch dringend notwendig, denn die Orangenen waren zu Beginn wieder die klar bessere Mannschaft. Angriff um Angriff rollte aufs grüne Tor und Kaiss konnte sich über mangelnde Arbeit wahrlich nicht beschweren. Trotzdem konnte er die Führung der Orangenen zum 1 : 0 nicht verhindern. Eine Ecke flog genau auf Achims Kopf und schon war der Ball drin.

Die Schwächeperiode der Grünen lag auch daran, dass Nico im Sturm auch die besten Möglichkeiten ausließ. Nach seinen beiden frühren Toren im ersten Spiel gelangen ihm vorne im Sturm zwar seine Flanken, die Kaiss gerne verwertete, aber seine Torschüsse waren eine Katastrophe. Er vergab die besten Chancen und hielt so die Orangenen im Spiel. So auch vor dem 2 : 0, als Nico vorne wieder eine große Chance vergab und den Orangenen so Ballbesitz ermöglichte. Diese spielte schnell nach vorne und schon stand es 2 : 0.

Die grüne Sturmmisere zeigte sich auch beim Anschlusstreffer zum 1 : 2. Keiner der Grünen traf den Ball richtig. Nicos Schuss landete statt im Tor irgendwie am 2. Pfosten bei Wolfgang, dessen Schuss statt im Tor bei Eugen und dessen „Schuss“ kullerte irgendwie über Linie zum 1 : 2.

Wie man TOLLE Tore schießt, zeigte uns dann Wolfgang. Ein weiter Querpass erreichte Wolfgang im Mittelfeld. In seiner unvergleichlichen Art, solche Flanken zu verarbeiten, holte Wolfgang weit aus und haute den Ball Zentimeter über dem Schneeboden mit solch einer Wucht aufs Tor, dass Franz-Josef keine Chance hatte, an dieses Geschoss zu kommen. Da staunte sogar Kaiss, was etwas heißen will bei seiner überragenden Schusstechnik. Jürgen brachte Wolfgangs Technik auf den Punkt als er sagte: Wer nicht stoppen kann, muss schießen !!!

Nach diesem Wundertor ging Wolfgang wieder ins Tor, was leider nicht seine beste Entscheidung war, denn nun wurde ihm übelst mitgespielt.

Das 3 : 2 war dafür ein typische Beispiel. Die Orangenen hatten sich links durchgespielt, aus spitzem Winkel flog der Ball aufs Tor. Wolfgang riss die Hände hoch und hatte den Ball schon scheinbar sicher gefangen, als ihm der Ball aus den Händen rutschte, an den Pfosten flog und von dort ins Tor zum 3 : 2 für die Orangenen. Ohne Torwarthandschuhe wäre das nicht passiert, meinte Wolfgang, aber darauf würde ich mich lieber nicht verlassen

Auch beim 4 : 2 sah Wolfgang unglücklich aus, als Manuel ihn auf dem falschen Fuß erwischte und so der Ball praktisch unter seinem Fuß ins Netz rollte.

Kaiss gelang dann zwar noch der Anschlusstreffer zum 3 : 4, aber den Höhepunkt an Wolfgangs Demütigung konnte er auch nicht verhindern. Dieter spielte einen flachen, scharfen Pass aus dem Mittelfeld ins Sturmzentrum auf Giuseppe, der den Ball allerdings nicht erreichte. Der Ball rollte weiter in Richtung der fangbereiten Arme von Wolfgang, als der Ball kurz vor Wolfgangs Händen noch einen kleinen Hügel fand und diesen als Absprungbasis für einen Höhenflug über Wolfgangs Hände hinweg unter die Latte ins Tor nahm. Ein teuflisches Tor, wie es nur auf solch einem Untergrund fallen kann.

Wir nahmen uns von der lustigen Seite, auch wenn Dieter kaum noch Kraft zum Lachen hatte nach diesem wirklich kräfteraubenden Spiel. Aber wir hatten immerhin nach Kraft, die Leibchen auszuziehen und geordnet nach Hause zu gehen.

 

 

Hier die Bildergalerie dazu

 

Zurück

Einen Kommentar schreiben