Auch sibirische Temperaturen halten uns nicht vom Kicken ab

04.02.2012 15:00 von Chronicle Redakteur Martin

4. Februar

 

Der  VEB-Chronicle  meldet:

 

Auch sibirische Temperaturen halten uns nicht vom Kicken ab 

Das mit der Überzahl wird langsam zum Fluch. Überzahl bedeutet bei uns zur Zeit meistens klare Unterlegenheit. Wieder waren es die Grünen, die diese schmerzvolle Erfahrung heute machen mussten. Oder sollte man besser sagen, dass Unterzahl uns doppelt motiviert zu rennen, zu kämpfen und sich einzusetzen? Auf jeden Fall waren die Orangenen heute über weite Strecken trotz Unterzahl die klar bessere Mannschaft.
Minus 19 (neunzehn !!!) Grad zeigte das Thermometer heute Morgen, als wir uns zu unserem Kick aufmachten. Und trotzdem fanden sich 12 VEB und Lukas, Ludwigs Sohn, auf dem tief verschneiten Hartplatz ein. Nach einer langen, durch eine Leisten-OP bedingte Pause kam auch Giuseppe wieder zu uns. Ein wolkenloser Himmel und klare Luft empfingen uns, der Schnee knirschte bei jedem Schritt und so war warm machen die erste VEB-Pflicht.
Markus schnappte sich dann die Leibchen, verteilte sie und so ging es mit 7 Grünen gegen 6 Orangene los.
Zu Beginn nutzten die Grünen ihre Überzahl intelligent aus. Obwohl der Boden sehr uneben war und damit der Ball ein sehr eigenwilliges Eigenleben entwickelte, wenn man ihn flach spielte oder wenn er einmal aufgekommen war am Boden, bekamen die Grünen das Spiel sehr schnell unter Kontrolle und belagerten das von Gernot gehütete orangene Tor. Aber Gernot hatte einen starken Verbündeten in der Anfangsphase, denn das linke Toreck war wie vernagelt. Erst knallte ein grüner Schuss an diesen Pfosten, dann strichen mehrere Schüsse, u.a. ein Fernschuss von Mike, denkbar knapp an diesem Pfosten vorbei.
Das ganze Spiel spielte sich hauptsächlich in der orangenen Hälfte ab, die orangenen Angriffe hatten Seltenheitswert und verpufften erst einmal wirkungslos. Bis Martins entscheidend ins Spiel eingriff. Eine weite Flanke flog in Martins Rücken, er drehte sich blitzschnell um und erwischte den Ball noch und konnte in so auf das von Wolfgang gehütete Tor lenken. Aber der Ball kam dabei ins Hoppeln und just vor Wolfgangs fangbereiter Hand änderte der Ball seine Richtung und kullerte zum 1 : 0 für die Orangenen ins Netz. Es war Martins erstens Eigentor in diesem Jahr.
Die Grünen blieben dran, bestimmten weiter das Spiel und dann gelang Achim, den Bann des linken Torecks zu brechen. Aus dem Mittelfeld zog Achim ab in Richtung Tor, Mike hob geistesgegenwärtig seinen Fuß und ließ den Schuss passieren und so konnte der Ball ungehindert im linken Toreck einschlagen zum 1 : 1.
Das war dann der Weckruf für die Orangenen, denn ab nun übernahmen sie das Kommando. Mit Gernot im Tor, Jörg in der Abwehr, Markus und Eugen im Mittelfeld sowie Flo und Carmelo im Sturm drehten sie nun richtig auf. Vom Anpfiff weg dribbelte sich Markus durch und hämmerte den Ball zur 2 : 1 Führung in die Maschen.
Ein paar Minuten später spielte Martin einen Pass auf Mike nicht genau genug, Mike versäumte den entscheidenden Schritt hin zum Ball, dafür aber schaltete Flo schneller, der Ball wurde in die Spitze gespielte und schon stand es 3 : 1 für die Orangenen.
Die Grünen zerfielen nun immer mehr, eine klare Aufstellung war nicht mehr zu erkennen, dabei war am Anfang alles klar gewesen. Wolfgang stand im Tor, hinten agierte Martin mit Lukas, im Mittelfeld spielten Mike, Achim und Ludwig und vorne wartete Giuseppe auf Bälle.
Aber diese Aufstellung wurde von den Orangenen zerstäubt. Die Grünen waren zu sehr auf Sturm ausgerichtet, sie stürmten teilweise mit 5 Mann und so stand Martin als alleiniger Verteidiger dem orangenen Sturm hilflos gegenüber. Denn von Rückwärts-Bewegung hielten die Grünen nicht viel. Ganz anders die Orangenen die hinten intelligent mit 4 Mann verteidigten und sobald sie den Ball hatten, stießen Carmelo, Flo und Eugen nach vorne und so hatten sie im Sturm stets Überzahl.
So auch beim 4 : 1. Da hatte sich Flo energisch auf der linken Seite gegen Martin durchgesetzt, flankte nach innen, wo Carmelo einen halben Meter ganz alleine vor dem Tor stand und den Ball über die Linie drückte. Die Orangenen blieben dran  und die Grünen hatten Glück, dass ihnen der Pfosten zu Hilfe kam, sonst wäre das Spiel schneller zu Ende gewesen.
So aber durften wir noch ein kleines Weilchen auf das 5 : 1 warten ohne dass aber in der Zwischenzeit die Grünen ernsthafte Chancen hatten.
Das 2. Spiel begann wie das 1. Spiel geendet ist, die Orangenen waren klar besser und effizienter. Einer der ersten Angriffe brachte durch Eugen das schnelle 1 : 0 für die Orangenen. Dann hatte Wolfgang genug im Tor und Martin nahm seinen Platz ein. Um den Grünen ein wenig Struktur zu geben, rückte Mike in die Verteidigung, was das Spiel der Grünen stabilisierte.
Sie wurden nun deutlich besser und kamen zu gefährlichen Angriffen, wobei sie aber immer auf die schnellen Konter der Orangenen achten mussten. Insbesondere Wolfgang auf seiner Lieblingsposition verhalf dem grünen Spiel zu Gefährlichkeit. Plötzlich war auch vor Gernots Tor Gefahr im Anmarsch.
Solch eine Situation führte zum Ausgleich, als Markus in höchster Not den Ball vor Wolfgang ins eigene Netz setzte. Die erste Führung an diesem Tag für die Grünen gelang dann Wolfgang. Ein wunderschöner Angriff der Grünen nahm auf der rechten Seite seinen Anfang. Von dort wurde der Ball schnell und direkt ins Mittelfeld zu Mike gespielt, der ihn gleich weiter nach links auf Wolfgang weitergeleitet, der den Ball direkt im kurzen Eck versenkte.
Dann kam der große Moment von Ludwig. Aus Mittelstürmerposition donnerte Ludwig den Ball an die Unterkante der Latte, von wo aus der Ball zurück ins Feld sprang. Ludwig hat heuer wirklich mehr als Pech mit Latte und Posten. Das gab dem armen Ludwig wohl den Rest, denn ab dann baute Ludwig kontinuierlich ab, seine Kräfte und sein Kampfgeist verließen ihn, was ihm ziemlich zu schaffen machte.
Trotzdem gelang den Grünen das 3 : 1, als Wolfgang einen der zahlreichen Pfostenschüsse vor die Füße bekam und den Ball über die Linie drückte. Dann aber schlugen wieder die Orangenen erbarmungslos zu. Innerhalb von 3 Minuten drehten sie diesen Rückstand in einen Vorsprung.
Den Anfang machte Markus, als er nach einer unübersichtlichen Situation den Ball knapp neben dem Pfosten und Martins Hand ins Netz donnerte. Die Orangenen blieben dran, nahmen den Grünen nach deren Anstoß sofort den Ball ab, spielten ihn nach vorne und es stand 3 : 3. Eine Minute später schlugen sie erneut zu und es stand plötzlich 4 : 3 für die Orangenen.
Zudem kam den Orangenen auch das Glück zu Hilfe, denn beinahe jeder Abpraller oder Preßschlag landete bei einem Orangenen. So verloren die Grüne viele Bälle und insbesondere in der grünen Abwehrarbeit waren viele Abwehrversuche umsonst, den der abgewehrte Ball landete sofort wieder bei einem Orangenen, die somit ihren Angriff weiter fortführen konnten. So gelang ihnen kurze Zeit später auch das 5 : 3. Carmelo schoss aus kurzer Entfernung aufs Tor. Martin werte ab, der Abpraller landete wieder bei Carmelo. Martin kam ins Straucheln und fiel hin und so hatte Carmelo keine Mühe über den am Boden liegenden Martin das 5 : 3 zu erzielen.
Das 3. Spiel wurde dann noch knapper als das zweite. Bei den Grünen spielte nun Lukas im Tor, Martin und Mike in der Abwehr, Achim und Ludwig im Mittelfeld und vorne spielten Wolfgang und Giuseppe. Da aber das Mittelfeld beinahe nie mit zurückkam - vom Sturm ganz zu schweigen, kamen Mike und Martin häufig ins Schwimmen.
So gingen die Orangenen folgerichtig in Führung, aber postwendend gelang den Grünen der Ausgleich zum 1 : 1. Das Spiel ging nun hin und her, wobei die Orangenen besser und konstruktiver waren. Mike hielt mit waghalsigen und akrobatischen Einlagen seine Grünen im Spiel, Martin riskierte Kopf und Kragen, denn die Orangenen hatten  meistens einen Mann mehr im Sturm.
Das Glück mit den Abprallern neigte sich immer mehr auf Seiten der Orangenen. So fiel die erneute Führung für die Orangenen, als Markus sich durch die Grünen dribbelte , ein paar Mal hängen blieb, aber der Ball kam bei den Abwehrversuchen immer zurück ihm und so kam er schließlich vors Tor und überwand Lukas zum 2 : 1.
Mit einem Gewaltschuss konnte Achim dann erneut ausgleichen zum 2 : 2. Solche Einzelaktionen waren typisch für die Grünen während die Orangenen mannschaftlich viel geschlossenerer auftraten.
Erneut konnten die Orangenen  in Führung, aber den Grünen gelang erneut der glückliche Ausgleich zum 3 : 3. In dieser Phase gab es erneute einige Pfostenschüsse und den Grünen fehlte das Glück, dass die Orangenen mit Abpraller hatten. Nach einem Pfostenschuss der Grünen kam ein Orangener an den Ball, nach einem Pfostenschuss der Orangenen ein Orangener.
So vergaben die Grünen etliche Chancen während die Orangenen nach einem vergeblich abgewehrten Angriff durch Carmelo das 4 : 3 gelang. Wieder konnte Martin abwehren, aber der Ball fiel – beinahe wie immer – Carmelo zurück auf die Füße, er konnte den desorientierten Martin leicht ausspielen und schob den Ball an Lukas vorbei zum 3 : 2.
Im Gegensatz zu den beiden Spielen vorher blieben die Grünen aber dran. Mike schiss seine beiden Stürmer zu Recht zusammen, dass sie beide nur jeweils die Außenpositionen besetzten und so in der Mitte eine riesige Lücke klaffte. Zudem verunsicherte Gernot, das alte Schlitzohr, den armen Wolfgang, indem er ihm etwas von Abseits erzählte und Wolfgang das auch noch glaubte.
Diesen Anschiss nahm sich Giuseppe zu Herzen und wechselte in die Mitte, wo er gleich eine tolle Szene hatte. Eugen dribbelte einen Meter vor dem Tor mit dem Ball, Giuseppe ging energisch dazwischen und drückte den Ball zum 4 : 4 über die Linie.
Das golden Goal musste entscheiden. Es waren schon 5 Minuten über die Zeit gespielt, als Martin in der Abwehr ein Befreiungsschlag gründlich misslang und er den Ball beinahe ins eigene Tor geschlagen hätte. Der Ball sauste knapp am Pfosten vorbei und flog Richtung Eckfahne. Da keiner dem Ball nachsetzte, rannte Martin hinaus zur Eckfahne und schlug den Ball parallel zur Seitenlinie auf Giuseppe, der den Ball aufnahm und in die Mitte flankte, wo Wolfgang stand, der den Ball zum glücklichen 5 : 4 Sieg der Grünen über die Linie haute.
So durften wir nach anstrengenden Spielen mit eiskalten Füßen endlich aufhören und uns warme Getränke einverleiben. Ein wunderschöner Samstagmorgen-Kick war beendet.

 

 

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